Kündigungen: Personal ist in Unruhe. Nicht nur Karenzvertreter kündigen auf der Gemeinde, sondern auch eine langjährige Bedienstete. Rationalisierungspläne für den Bauhof kommen im Dezember.

Von Hannes Ramharter. Erstellt am 17. August 2017 (04:48)
Bürgermeister Robert Altschach hat mit den Bediensteten gut zusammengearbeitet.
Archiv, zvg

Ziemliche Unruhe gibt es beim Personal der Stadtgemeinde Waidhofen, vor allem auch bei den Bediensteten im Rathaus.

Dabei geht es nicht nur um die zwei Kündigungen in der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit, die Auslöser der Koalitionskrise waren. Gekündigt hat auch eine langjährige Mitarbeiterin der Stadtgemeinde, die sogar als Stadtamtsdirektor-Stellvertreterin fungiert hatte. Sie will dem Vernehmen nach einen Job in der Privatwirtschaft annehmen.

Auch ein (männlicher) Karenzvertreter hat das Handtuch geschmissen und früher als geplant einen Job in der Privatwirtschaft angenommen.

Vizebürgermeister Gottfried Waldhäusl will politische Einflussnahme abschaffen.
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Dieses Schicksal teilt auch eine weitere Mitarbeiterin, die nach dem Amtsantritt der neuen Rathauskoalition als Karenzvertretung für die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit angeblich auf Wunsch der Politik aufgenommen worden war - auch sie hielt nicht durch und kündigte.

Darüber hinaus gibt es auch im Bauhof wegen der Rationalisierungspläne, die von einem privaten Beraterteam ausgearbeitet worden waren, Unruhe.

„Ich habe mit den drei Damen in der Öffentlichkeitsarbeit sehr gut zusammengearbeitet, auch mit den anderen, die nun die Gemeinde verlassen. Was sich in meiner Abwesenheit abgespielt hat, kann ich jedoch nicht sagen“, erklärt dazu Bürgermeister Robert Altschach (ÖVP).

Altschach kann nur vermuten, dass es möglicherweise in der Kollegenschaft oder mit Vorgesetzten zu Unstimmigkeiten gekommen ist. In den Kündigungsschreiben stünde jedenfalls nichts, dass es Probleme mit Gemeindepolitikern gegeben habe.

Im Bauhof wackeln für Altschach keine Jobs, es gehe nur um Nachbesetzungen bzw. den Zukauf derzeit intern durchgeführter Dienstleistungen. Wenn Bedienstete aus der Karenz zurückkommen, könne man deren Karenzvertretungen wohl nicht weiter beschäftigen. Ein weiterer Mitarbeiter sei auf keinen Fall betroffen.

Freiheit von politischer Einflussnahme wichtig!

Vizebürgermeister Gottfried Waldhäusl (FPÖ) sieht noch Altlasten zwischen Politik und Verwaltung. Er sei seit seinem Amtsantritt bemüht, Rahmenbedingungen zu schaffen, die sicherstellen können, dass die Mitarbeiter frei von politischen Einflussnahmen arbeiten können. Natürlich sei es aber aufgrund der Tatsache, dass es nun eine Koalition gäbe, für die Mitarbeiter schwieriger geworden.

„Immerhin gibt es, weil ich für das Personal zuständig bin, nun einen mehr, der anschafft!“ Gerade deswegen habe es im Vorjahr auf Initiative von Stadtrat Alfred Sturm und Gottfried Waldhäusl einige Arbeitsgespräche mit einem externen Berater gegeben. Hier sei auch „einhellig die Übertragung der Kompetenzen vom Bürgermeister an die Stadträte“ erarbeitet worden und auch vom Bürgermeister zugesagt worden.

Waldhäusl dann weiter: „Dass nun zwei Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit gekündigt haben, ist auf neuerlichen politischen Druck durch den Bürgermeister zurückzuführen!“

Darüber hinaus meint der Vizebürgermeister, dass in der Vergangenheit sehr viele Frauen beschäftigt worden seien und dass daher immer wieder Karenzen anfallen. Dass Karenzvertretungen dann oft bessere Dienstverhältnisse in der Privatwirtschaft finden, sei klar. Das sei auch bei dem einen männlichen Karenzvertreter, der nun gekündigt hat, der Fall gewesen.

Die Bedienstete, die nach mehr als einem Jahrzehnt gekündigt habe, sei Bereichsleiterin gewesen. Nach einer Überprüfung des Dienstpostens sei sie jedoch vom Gemeinderat einstimmig abberufen worden, damit war sie auch nicht mehr Stellvertreterin des Stadtamtsdirektors. „Wenn sie jetzt in der Privatwirtschaft einen besseren Job bekommt, ist das zu akzeptieren“, meint Waldhäusl.

Im Bauhof sei mit einem externen Berater eine Betriebsoptimierung nach Gemeinderatsbeschluss durchgeführt worden. Eine endgültige Beschlussfassung der damit verbundenen Maßnahmen werde vom Gemeinderat im Dezember erfolgen.