Kasses ist tot: Neuer „Vize“ erst im Juni?. Vizebürgermeister verstarb im 62. Lebensjahr, Nachfolger-Wahl könnte länger dauern.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 08. April 2020 (06:09)
Vizebürgermeister Johann Kasses verstarb im 62. Lebensjahr.
Gemeinde

Traurige Nachricht aus der Gemeinde Waidhofen-Land: Vizebürgermeister Johann Kasses ist am Samstag nach kurzer, schwerer Krankheit im 62. Lebensjahr verstorben.

„Persönlich muss ich mich von einem guten Freund und treuen Wegbegleiter für immer verabschieden. Meine Anteilnahme gilt seiner Frau Erika sowie der gesamten Familie“, sagt Bürgermeister Christian Drucker. Bereits seit 1995 war Johann Kasses Ortsvorsteher der Ortschaft Sarning und seit Dezember 2003 auch Gemeinderat für die ÖVP. In den Gemeindevorstand wurde er im Oktober 2008 und am 6. November 2008 zum Vizebürgermeister der Gemeinde Waidhofen – Land gewählt.

Im Februar einstimmig wiedergewählt

Auch bei der konstituierenden Sitzung im Februar 2020 wurde er erneut einstimmig zum Vizebürgermeister gewählt. „Er übte sein Amt absolut verlässlich und gewissenhaft aus. Die Gemeinde Waidhofen an der Thaya–Land verliert damit einen großen Funktionär“, zeigt sich Drucker betroffen.

Aufgrund der COVID-19-Maßnahmen findet die Beisetzung nur im engsten Familienkreis statt. Eine Trauersitzung des Gemeinderates sowie eine feierliche Verabschiedung im Rahmen eines Requiems können daher leider auch nicht erfolgen.

Nachfolger erst im Juni?

Wie es nun mit der Wahl eines Nachfolgers weitergeht, ist aufgrund der Corona-Krise und der Plötzlichkeit von Kasses Tod auch eine offene Frage. „Wir müssen erst parteiintern besprechen, wen wir als Kandidaten vorschlagen. Dazu müssten wir eine Vorstandssitzung abhalten. Die Rahmenbedingungen, unter welchen das geschehen kann, sind noch offen“, schildert Drucker die Problematik. Auch wie die Angelobung eines neuen Gemeindratsmitgliedes erfolgen könne, sei ungeklärt. Er rechne daher damit, dass es bis zum Juni dauern könne, bis es einen neuen Vizebürgermeister gibt.

Geheime Wahl erfordert Anwesenheit

Doch wie sieht eigentlich die Rechtslage dazu aus? Laut Alfred Gehart vom Amt der NÖ-Landesregierung gilt grundsätzlich eine Frist von 14 Tagen, innerhalb derer eine Sitzung mit Wahl eines neuen Vizebürgermeisters stattfinden muss. „Kommt in diesem Zeitraum keine beschlussfähige Sitzung zustanden, verlängert sich die Frist um weitere vier Wochen“, erläutert Gehart.

Es sei aber nicht möglich, die Wahl per Videokonferenz oder Umlaufbeschluss durchzuführen, wie dies für Gemeinderatsbeschlüsse angedacht und nach Ostern im Landtag behandelt werden soll, da die Wahl geheim mittels Stimmzetteln durchgeführt werden muss. Dazu eine Sitzung abzuhalten, sei auch in Corona-Zeiten nicht verboten, wenn man die nötigen Sicherheits- und Hygieneregeln einhält. Inwieweit möglicherweise Fristverlängerungen gewährt werden, lasse sich derzeit noch nicht sagen.