Waidhofen-Land: Vier Parteien stellen sich Wahl. Die Spitzenkandidaten für die Gemeinderatswahl in Waidhofen-Land und was sie für die nächsten fünf Jahre vorhaben.

Von Michael Schwab. Erstellt am 23. Januar 2020 (12:13)
Bürgermeister Christian Drucker ist der ÖVP-Spitzenkandidat, 13 Mandate. Für die SPÖ tritt Bernhard Strohmer als Spitzenkandidat an, zwei Mandate. Jürgen Miksche ist der Spitzenkandidat der FPÖ in Waidhofen-Land, zwei Mandate. Gerhard Dangl will die zwei Mandate der UBL (Unabhängige Bürgerliste) halten.
Michael Schwab, privat

Ihre Kurzbilanz: Wie hat sich Waidhofen-Land seit der Gemeinderatswahl 2015 entwickelt?

Christian Drucker, ÖVP: Als Bürgermeister war und ist es mir ein Anliegen, die Gemeindestraßen und Wege zu erhalten und zu verbessern, damit die schöne Landschaft als Naherholungsraum auch genutzt werden kann. Außerdem haben wir die Infrastruktur in der Gemeinde auf den höchsten Stand gebracht: Alle Ortschaften und jedes Haus sind mit einer Trinkwasserleitung versorgt und am Abwasser- und bei Bedarf am Regenwasserkanal angeschlossen. Dies alles mit niedrigen Gebühren und sparsamer Verwaltung.

Bernhard Strohmer, SPÖ: Die Gemeinde Waidhofen Land hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Es wurden viele neue Bauplätze geschaffen. Dadurch haben wir es geschafft, dass sich immer mehr Jungfamilien in unserer Gemeinde angesiedelt haben. Das hatte selbstverständlich positive Auswirkungen auf die Entwicklung der Gemeinde Waidhofen-Land. Es war aufgrund dieser Entwicklung auch notwendig, eine dritte Kindergartengruppe zu schaffen, die rasch realisiert wurde.

Jürgen Miksche, FPÖ: Waidhofen Land entwickelt sich als Gemeinde nach wie vor sehr gut. Man merkt hier den Zusammenhalt, die Zusammengehörigkeit aller Einwohner und dass Waidhofen-Land auch von aussenstehenden Menschen begehrt ist. Die Gemeinde Waidhofen-Land selbst braucht sich absolut nicht vor anderen Gemeinden zu verstecken und bleibt meiner eigenen Meinung nach auf einem guten Weg, man muss nur darauf achten, das es auch in Zukunft dabei bleibt.

Gerhard Dangl, UBL: Aus meiner Sicht hat sich die Gemeinde Waidhofen-Land ausgesprochen positiv entwickelt. Erkennbar ist das an der hervorragenden Position im österreichweiten Gemeindevergleich und durch die positive Bevölkerungsentwicklung, die wir in unserer Gemeinde verzeichnen können. Außerdem wurde in der Gemeinde Waidhofen-Land ein modernes Fördersystem entwickelt, das Vereinsaktivitäten und verschiedene Maßnahmen für den Klimaschutz unterstützt.

Wo gibt es für die kommenden fünf Jahre Handlungsbedarf? 

Christian Drucker, ÖVP:
Es gibt derzeit keinen akuten Handlungsbedarf, da wir stets bereits im Vorfeld auf Entwicklungen reagiert haben. Die Kinderbetreuung wurde bereits ausgebaut, Bauland wird und wurde erschlossen , für die Errichtung von Eigenheimen gibt es eine Gemeindeförderung. Die Kinderspielplätze in den Ortschaften und beim neuen Kindergarten sind bestens ausgestattet, und wir unterstützten mit gemeindeeigenen Förderungen den Klimaschutz.

Bernhard Strohmer, SPÖ: Unsere Gemeinde ist der Lebensraum, den wir selbst gestalten können und der bestmögliche Bedingungen für ein gutes Zusammenleben aller Bürger ermöglichen soll. Wohlfühlen in der eigenen Gemeinde ist das Ziel, dem wir uns verpflichtet fühlen. Wenn wir weiterhin so gut wie in den letzten Jahren zusammen arbeiten (fast immer einstimmige Beschlüsse) dann wird unsere kleine Landgemeinde eine liebens- und lebenswerte Gemeinde bleiben.

Jürgen Miksche, FPÖ: Es darf so etwas nicht mehr passieren, wie es unter ÖVP und SPÖ geschehen ist, dass auch die Politiker, die aus dem Bezirk Waidhofen stammen, für die Schließung der Gynäkologie und Geburtshilfe gestimmt haben. Hier gibt es meiner Meinung nach noch Handlungsbedarf: Politiker müssen für die Bevölkerung da sein, nicht für Großkonzerne oder eigene Interessen. Das ist es, was mir persönlich wichtig ist und wofür ich stehe.

Gerhard Dangl, UBL: Es sollte weiterhin jungen Bürgern und Familien die Möglichkeit gegeben werden, leistbaren Wohnraum mit guter Lebensqualität zu schaffen. Dafür sind in Zukunft natürlich immer mehr auch die bestehenden Ortskerne in eine Planung einzubeziehen. Zu einer guten Lebensqualität gehört aber auch, dass man als Gemeinde auf zukünftige Entwicklungen im Verkehrs- und Mobilitätsbereich reagiert und entsprechende Maßnahmen setzt.

Warum soll man am 26. Jänner Ihnen die Stimme geben?

Christian Drucker, ÖVP:
Ich bin seit 2008 mit Freude und Stolz Bürgermeister. Die Gemeinde Waidhofen-Land und jeder Bürger sind mir ein Anliegen.

Bernhard Strohmer, SPÖ:
Weil für mich die Menschen zählen. Korrekte Zusammenarbeit ist für mich selbstverständlich. Parteipolitik ist in der Gemeinde fehl am Platz.

Jürgen Miksche, FPÖ:
Weil ich für die Menschen das Beste möchte. Es ist auch wichtig, dass Jemand da ist, der darauf schaut, das Alles fair bleibt, in jeder Hinsicht.

Gerhard Dangl, UBL: Wir sind im Gemeinderat die aktivste Oppositionsgruppe. Als stärkste Opposition sehen wir uns auch als eine wichtige Kontrollkraft.

Was wäre für Sie ein Wahlerfolg?

Christian Drucker, ÖVP:
Eine hohe Wahlbeteiligung. Ansonsten ist jeder Stimmengewinn ein Zeichen der Zufriedenheit und ein Erfolg.

Bernhard Strohmer, SPÖ:
Erfolg wäre ein drittes Mandat und wieder in den Gemeindevorstand zu kommen. Doch jede Stimme mehr ist schon gut.

Jürgen Miksche, FPÖ:
Für mich persönlich ist jedes Wahlergebnis bei dieser Gemeinderatswahl in Ordnung, wenn es ehrlich ist.

Gerhard Dangl, UBL: Wenn die UBL die momentane Mandatsstärke erhalten und weiterhin zur positiven Entwicklung beitragen kann.