"Canada Joe" verabschiedet sich nach Coronakrise. Joe Hirnschall saß aufgrund von Corona im Waldviertel fest. Jetzt geht es wieder zurück nach Kanada.

Von Michael Schwab. Erstellt am 08. Juli 2020 (05:18)
Bei der Abschiedsfeier: Sabine Zotter, Joe Hirnschall, Joe und Jörg Zotter sowie Ewald Polacek.
Michael Schwab

Eigentlich hätte Joe Hirnschall, besser bekannt als „Canada-Joe“, Ende April wieder auf seine Ranch nach Kanada ziehen wollen – doch Corona machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Ende März hätte Hirnschall noch einen Auftritt im TAM gehabt, doch auch daraus wurde wegen der Pandemie nichts mehr.

Seine Spezialität ist das freie Rezitieren von Gedichten und Balladen aus seiner Schulzeit, untermalt mit historischem Detailwissen und spannenden Erlebnissen aus seiner zweiten Heimat und von seinen Reisen durch die Welt.

Dass er diesmal nicht plangemäß nach Kanada zurückkehren konnte, ärgert Hirnschall nicht: „Ich habe eine wunderschöne Zeit in meinem Haus im Waldviertel vebracht und habe das erste Mal seit 30 Jahren der Vegetation und den Feldfrüchten im Waldviertel beim Wachsen zugesehen“, erzählt der Austro-Kanadier, der über die Staatsbürgerschaft beider Länder verfügt.

„Foreman“ kümmert sich um Ranch

Über seine Ranch musste er sich keine Sorgen machen: „Ich habe einen guten Foreman (Vorarbeiter), der sich um den Betrieb kümmert, wenn ich nicht da bin. Es war natürlich vieles telefonisch zu besprechen, aber es war kein Problem.“ Auch das Coronavirus sei in der ländlichen Region kein großes Thema gewesen, ähnlich wie im Waldviertel, merkt Hirnschall an. Nun rückt der Tag der Rückkehr nach Kanada näher. Geplant ist Ende Juli, sobald es einen Flug von Wien nach Ottawa gibt: „Nach der Einreise muss ich nach den aktuellen Bestimmungen 14 Tage in Quarantäne, aber die kann ich auf meiner Ranch verbringen, das ist kein Problem.“

Feier für Freunde

Wie jedes Jahr lud Hirnschall auch heuer seine Waldviertler Freunde zu einer Abschiedsfeier ein – diesmal ins Gasthaus „Zum Naderer“ in Maissau. Dabei durften natürlich auch Kostproben seines Rezitationskönnens nicht fehlen, wie etwas Friedrich Schillers Ballade „Die Kraniche des Ibycus“, deren 23 Strophen er vollkommen frei und ohne jede Unsicherheit wiedergab.