Waidhofen: Schwierige Partnersuche steht bevor. Die ÖVP Waidhofen steht vor einer schwierigen Herausforderung: Mangels absoluter Mehrheit muss sie wie schon 2015 einen Koalitionspartner suchen, wenn sie nicht auf der Oppositionsbank landen oder sich einem freien Spiel der Kräfte ausliefern will.

Von Michael Schwab. Erstellt am 28. Januar 2020 (13:31)
G. Semrad, Archiv

Man werde mit allen Fraktionen reden, um Gemeinsamkeiten zu sondieren., sagte Spitzenkandidat Robert Altschach am Sonntag, nachdem sich herausstellte, dass die ÖVP von 14 auf 13 Mandate abgerutscht war. „Daraus entscheiden wir dann, mit wem wir in Zukunft zusammenarbeiten werden“, kündigte Altschach an. 

SPÖ, FPÖ und IG signalisieren zunächst einmal grundsätzlich Offenheit für Gespräche. In irgendeine Richtung in Bezug auf eine „Wunschkoalitition“ will sich so kurz nach der Wahl jedoch noch niemand festlegen. „Wir werden gemeinsam mit der ÖVP die Möglichkeiten abtasten, ob und wie wir zusammenarbeiten können“, kündigt IG-Spitzenkandidat Martin Litschauer an. Die ÖVP müsse jedoch, wie Fraktionsführer Herbert Höpfl klarstellt, den ersten Schritt setzen. Das Wahlergebnis selbst sei für ihn „fabelhaft“, meint Lischauer.

„Den Weg der Veränderung gehen wir gerne, wir werden aber kein Beiwagerl der ÖVP sein. Was wir wollen ist ein klares Programm für die nächsten fünf Jahre, damit wir in Waidhofen wieder zum Akteur werden und als Stadt nicht mehr nur wie in den letzten Jahren auf Entwicklungen reagieren“, betont Litschauer. Es gäbe aber auch eine klare rote Linie für die IG: „Für ein Finanzdesaster sind wir nicht zu haben“ spielt Litschauer auf das umstrittene Siedlungsgebiet „Heimatsleitn“ an.

FPÖ: „Leute haben keine Angst vor blauem Bürgermeister“

In alter Stärke präsentierte sich der bisheriger FPÖ-Vizebürgermeister Gottfried Waldhäusl bei der Wahlfeier im Gasthaus „Zum Goldenen Hirschen“. Die FPÖ konnte ihre sieben Mandate halten, obwohl Umfragen laut Waldhäusl zunächst nur fünf bis sechs Mandate prognostiziert hatten. „Ich habe gesagt, es ist möglich, die Mandate zu halten. Sogar ein achtes wäre drin gewesen“, zeigte sich Waldhäusl zufrieden. Ein solches Ergebnis sei nur durch großen persönlichen Einsatz der Mandatare möglich gewesen.

Was das nun für ihn und die Zukunft Waidhofens bedeutet? „Das Ergebnis zeigt klar, dass die Leute keine Angst vor einem blauen Bürgermeister haben. Mir geht es darum, das zu tun, was das Beste für Waidhofen ist. Wir wollen den Bürgern zeigen, dass wir Projekte umsetzen, und wir werden mit allen reden, denn wir haben eine Basis zum Verhandeln“, stellt Waldhäusl klar.

Steht SPÖ vor innerer Zerreißprobe?

Von einer schwierigen Ausgangslage bei dieser Wahl spricht SPÖ-Spitzenkandidat Patrik Neuwirth. „Wir haben erreicht, was unter den gegebenen Voraussetzungen möglich war. Ich persönlich bin mit dem Ergebnis daher mehr als zufrieden“, räumt Neuwirth ein, dass es noch schlimmer hätte kommen können, als nur ein Mandat zu verlieren. Zwischenzeitlich wurden Rücktrittsaufrufe für den Listenzweiten Franz Pfabigan laut. Unter seiner Federführung habe die SPÖ konstant verloren.

Pfabigan weist die Aufforderungen zurück, die, wie er sagt, von „Leuten kommen, die nicht mehr auf der Liste stehen“: „Die Wähler haben den Personen, die auf der SPÖ-Liste standen, ihr Vertrauen geschenkt.“ Man werde bei einer Zusammenkunft am Mittwoch das Ergebnis analysieren.

Verhandlungen über mögliche Koalitionen sieht Pfabigan gelassen entgegen. Er sendet vorsichtige Signale in Richtung ÖVP: „Wir standen vor der Wahl für das Siedlungsprojekt Heimatsleitn und stehen nach wie vor dafür. Die Stadt braucht schnell leistbare Baugründe.“ Die IG habe hingegen Ängste geschürt. „Ich denke, die ÖVP wird mit uns reden“, ist sich Pfabigan sicher.

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