Sonderausstellung: Kirche und Zünfte bestimmten Leben. Objekte aus der Zeit Maria Theresias und Dokumente geben Einblick.

Von Michael Schwab. Erstellt am 21. September 2017 (05:31)
Michael Schwab
Bei der Eröffnung der Sonderausstellung „300 Jahre Maria Theresia“: Leopold und Pia Gudenus, Stadträtin Melitta Biedermann und Museumsvereins-Obmann Erwin Weisgram.

Historische Einblicke in das Leben in Waidhofen zur Zeit Maria Theresias (1717 - 1780) gibt die am Freitag eröffnete Sonderausstellung „300 Jahre Maria Theresia“ im Waidhofner Stadtmuseum.

Die Familie Gudenus hatte einige Objekte aus ihrem Schloss - von Geschirr aus der Epoche bis zu einem großen Gemälde, welches Maria Theresia zeigt - zur Verfügung gestellt.

Franz Fischer hatte, wie Museumsvereins-Obmann Erwin Weisgram meinte, in den Archiven der Stadt und der Pfarre „gegraben“ und einige interessante Dokumente zutage gefördert, die Rückschlüsse auf das Leben der Bürger zulassen. Kirche und Zunftordnungen spielten eine wesentliche Rolle.

Bürgerspital-Stiftung wurde hervorgehoben

„Damals waren Wallfahrten derart ausgeprägt, dass ganze Heerscharen durch die Lande zogen und teilweise die Arbeit liegen blieb, weshalb Maria Theresia die Wallfahrten einschränkte“, erklärte Fischer. Er ging auch auf das Stiftungswesen ein, wobei er die Bürgerspital-Stiftung, die noch heute existiert, besonders hervorhob.

Auch das Thema Abgaben hatte Fischer beleuchtet. „Maria Theresia hatte Kriege zu führen, und um die Staatskasse zu füllen, führte sie die sogenannten Fassionen ein. Auf Herrschaftsgründe war ein Prozent der Erträge fällig, von Rustikalgründen - das sind jene der normalen Bauern - waren zwei Prozent zu zahlen“, führte Fischer aus.

Heiraten war nur möglich, wenn man eine Behausung aufweisen konnte, wie aus dieser Epoche erhaltene Heiratkontrakte zeigen. Für Raunen im Publikum sorgte auch Fischers Auszug aus der Handwerksordnung der Hafner-Gesellen, deren Arbeitszeit im Sommer von vier Uhr morgens bis 19 Uhr reichte.

Ein Film über das Haus Habsburg und das Wirken Maria Theresias, zusammengestellt von Gerald Kainz, rundete die Ausstellungseröffnung ab.