5.000 Euro Abrissprämie: Kritik von IG, FP und SP. Bürgermeister ließ mit Idee aufhorchen. IG übt Kritik, auch Waldhäusl (FP) und Pfabigan (SP) halten Vorschlag für unausgegoren.

Von Michael Schwab. Erstellt am 22. Januar 2020 (03:23)
Robert Altschach, Gottfried Waldhäusl, Martin Litschauer und Franz Pfabigan
NÖN, SPÖ

Eine Abrissprämie von 5.000 Euro und eine Erhöhung der Direktförderung für die Wirtschaftstreibenden, wenn sie Objekte in der Innenstadt sanieren, hat Bürgermeister Robert Altschach (ÖVP) im Rahmen des Wahlprogramms der ÖVP Waidhofen als Ideen eingebracht.

Prompt erntete er dazu Kritik von der IG Waidhofen. „Jahre lang ist im Ressort der ÖVP nichts passiert und die Gelder für die Innenstadt wurden von der ÖVP gekürzt. Der aktuelle Voranschlag der ÖVP zeigt hier außerdem keine ausreichende Bedeckung im Voranschlag, sodass es wohl bei der Wahlkampfansage bleiben wird“, kritisiert IG-Stadtrat Martin Litschauer.

"Wir brauchen Förderungen zur Innenstadtentwicklung"

Fraktionsführer Herbert Höpfl stört, dass hier „offenbar wieder ohne Konzept und externe Beratung“ vorgegangen werde. „Wir brauchen Förderungen zur Innenstadtentwicklung, nicht zum Abriss“, fordert Höpfl. Der Bürgermeister habe außerdem beim Gemeindehaus Bahnhofstraße 12 trotz jahrelanger Empfehlungen nichts getan. Es verfalle und koste trotzdem Steuergelder für die Waidhofner.

Vorwürfe, die Altschach so nicht gelten lassen will: „Wir haben uns 2016 von Profis beraten lassen. In Gesprächen mit Haus- und Grundstückseigentümern zeigte sich, dass Förderungen notwendig sind“. Die 5.000 Euro seien ein Vorschlag, der ebenso wie die Bedeckung im neu gewählten Gemeinderat zu diskutieren wäre.

Die Abriss-Förderung soll für das gesamte Gemeindegebiet gelten, auch und gerade in den Ortschaften: „In Ulrichschlag gibt es beispielsweise mehrere Objekte, die schon lange unbewohnt sind und abgerissen gehören“, nennt Altschach ein Beispiel. Es gehe nicht darum, die Innenstadt abzureißen, sondern den Abriss von Schandflecken und „Bruchbuden“ zu fördern.

Baufirmen: Sanierung wäre unwirtschaftlich

Auch den Vorwurf, dass er jahrelang nichts mit dem Gemeindehaus in der Bahnhofstraße 12 gemacht hätte, lässt der Bürgermeister nicht auf sich sitzen: „Ich habe mehrere Gespräche mit Architekten und Baufirmen geführt, die Interesse am Objekt hatten. Nach der Begehung haben aber alle Interessenten gesagt, dass eine Sanierung unwirtschaftlich und schwierig ist“.

Bedenken, ob eine solche Abrissprämie Sinn macht, äußert indessen auch Vizebürgermeister Gottfried Waldhäusl (FPÖ). Die Summe sei zu niedrig: „Gerade Altschach müsste aus der Abfallwirtschaft wissen, dass die Entsorgung des Schutts bei einem Abriss 200.000 bis 300.000 Euro kosten kann. Wegen 5.000 Euro wird kein Einziger abreißen. In Wirklichkeit muss man für die Sanierung eintreten.“ Außerdem müsse man sich externe Beratung holen.

SPÖ-Stadtrat Franz Pfabigan bezeichnet Altschachs Idee als „Hüftschuss“. „Es gibt nur mehr einige wenige Häuser, wo man etwas tun muss. Hier sollte man mit den Eigentümern reden, um gemeinsam Lösungen zu finden“, meint Pfabigan. Der Fokus solle auf Renovierung statt Abriss liegen: „In der Nordsiedlung wurden viele ältere Häuser renoviert, warum soll das in der Innenstadt nicht gehen?“ Neben einer individuellen Auseinandersetzung mit einzelnen Gebäuden und ihren Eigentümern fordert Pfabigan auch, sich Hilfe von außen zu holen: „Es gibt genug Beispiele, wir müssen das Rad nicht neu erfinden.“