Aus für den Eishockeyclub "Eisbären“. Durch die Schließung der Kunsteislaufbahn wurde die Grundlage für eine sinnhafte Vereinstätigkeit entzogen.

Erstellt am 22. August 2018 (06:05)
Ein letztes Foto der „Eisbären“ vom Abschiedsfest. Im Bild: Sascha Scharizer, Maximilian Böhm, Florian Fitz, Felix Fitz und Daniel Müllner, stehend von links: Wolfgang Stellner, Manfred Müllner, Bernhard Stellner, Maximilian Fuchs, Christian Dangl, Jürgen Wais, Lorenz Böhm, Stefan Vogl, Thomas Fitz, Thomas Böhm, Ewald Michule, Alexander Krenn und Harald Hieß.
privat

Waidhofen hat einen Sportverein weniger: Der Vorstand des Eishockeyclubs (EHC) „Eisbären“ Waidhofen fasste im Juli den Beschluss, den Verein aufzulösen. Der Grund dafür: Durch die Schließung der Kunsteislaufbahn durch die Gemeinde im Jahr 2012/2013 wurde die Grundlage für eine sinnhafte Vereinstätigkeit entzogen.

Der Frust der „Eisbären“ ist groß: „Wir wurden ständig nur hingehalten, haben selbst neue Konzepte zur Revitalisierung des Platzes vorgelegt, welche wir in vielen Stunden intensiver Arbeit inklusive Erstellung von Finanzierungsgutachten, Subventionsberechnungen, Förderungen und Sponsoring aufstellten. Wir haben diese eingereicht und vorgetragen, was allerdings den Zuständigen nicht einmal irgendeine kurze Stellungnahme wert war. Ärgerliche und anstrengende leere Kilometer“, heißt es in einem der NÖN durch die Eisbären übermittelten Schreiben.

„Es geht hier nicht um Geld, sondern um die Prioritäten, vorhandene Mittel einzusetzen“, heißt es weiter, „wer überzeugt ist, dass ein ,oranges Mascherl‘ der Stadt mehr Image und Stellenwert einbringt als eine Sportstätte, die allen Bürgern, den Schülern sowie vielen Gästen und Besuchern zur Verfügung steht, und wer für die Initiierung desselben und deren Folgekosten bereit ist, einen sechsstelligen Eurobetrag zur Verfügung zu stellen, der setzt nicht nachvollziehbare Schwerpunkte.

Namens des Vorstandes dankt der bisherige Obmann Thomas Fitz allen, die in verschiedenen Funktionen unermüdlich und ehrenamtlich für den Verein gearbeitet haben.

Waldhäusl: „Antwort wäre notwendig!“

„Doch wo kein politischer Wille, da wird all dies leider zu erfolgloser Mühe. Mit der Auflösung des EHC stirbt nicht nur die Möglichkeit für unsere Bürger, einer wertvollen sportlichen Ertüchtigung nachzugehen, sondern auch eine Gemeinschaft, in der eine Vielfalt von Menschen, egal welcher Herkunft, politischen Gesinnung, welchen Berufs oder Alters, an der Erreichung eines gemeinsam gesetzten Zieles mitgewirkt haben, eine wertvolle soziale Erfahrung im Dienste der Gesellschaft. Mir ist bewusst: Leben ist oft auch Veränderung, in anderen Bereichen durchaus wünschenswert, hier aber eine äußerst unangenehme“, schließt Thomas Fitz.

Mit den Vorwürfen wollten wir Bürgermeister Robert Altschach (ÖVP) konfrontieren. Dieser ist jedoch auf Urlaub. Er wird von Vizebürgermeister Gottfried Waldhäusl (FPÖ) vertreten. Waldhäusl betonte, dass er das Konzept erst viel später gesehen habe. Dass der EHC von der Gemeinde aber keine Antwort bekommen habe, sei für ihn neu und auch nicht in Ordnung. Mit der Prioritäten-Festlegung wäre es aber klar gewesen, dass es in nächster Zeit keine Investitionen für eine Kunstreisbahn geben werde. Der zuständige Stadtrat habe darüber hinaus vom Bürgermeister keine Kompetenzen übertragen bekommen und habe daher auch nichts tun können.

Bezüglich des „Mascherls“, für das Waldhäusl in seiner Zeit als Stadtrat für Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich war, meint er, dass es da „kein entweder/oder“ gäbe. „Für mich war vor allem wichtig, dass Gemeinsamkeit dadurch entsteht. Es war eine Markenentwicklung, die langfristig Sinn gehabt hätte“, schließt er.