Ausstellung zum Gedenken an Waldviertler Künstler

Ausstellung der Kunst.Galerie.Waldviertel widmet sich kürzlich verstorbenen Waldviertler Künstlern Paul Seidl, Heinz Placek und Jon Roberts.

Erstellt am 27. Oktober 2021 | 19:08
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Sie ist mittlerweile ein Fixpunkt im Jahresprogramm der Kunst.Galerie.Waldviertel: Die Ausstellung „In Memoriam“, die sich kürzlich verstorbenen Waldviertler Künstlern widmet.

Diesmal sind Werke von Paul Seidl, Heinz Placek und Jon Roberts zu sehen. Die Witwen der drei Künstler – Lisi Seidl, Christine Placek und Mona Seringer – ermöglichten es, diese Ausstellung zu gestalten.

Paul Seidl (1948 - 2019) lebte und arbeitete in Grafenschlag im Waldviertel. Er hatte eigentlich den Beruf des Metallbearbeiters gelernt, ehe er zur Kunst kam. Er war Gründungsmitglied des „Wiener Künstlerkreises“ und studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. 1991 gründete er die „Kunstwoche Grafenschlag“, die er als Projektleiter betreute. Seit 1999 war er Mitglied des Künstlerverbandes Österreichischer Bildhauer.

Sein Werk umfasst Bronzen, Aktionsbilder und Collagen sowie Objekte aus Metall. Etwas Besonderes sind seine selbst hergestellten Musikinstrumente aus zusammengeschweißten Blechen.

Heinz Placek (1941 - 2018) wurde in Wien geboren und absolvierte eine Elektrikerlehre, bevor er an der Akademie am Schillerplatz zu studieren begann. Seinen ersten Kontakt zum Waldviertel hatte er während seines Wehrdienstes in Allentsteig im Winter. „Das war keine Liebe auf den ersten Blick“, merkte seine Witwe Christine Placek an.

Liebe zum Waldviertel auf den zweiten Blick

Am Beginn seiner künstlerischen Laufbahn malte er mit Lack. Immer wieder wechselte er seine Techniken, beschäftigte sich mit Fotografie, schrieb Artikel für Kunstzeitschriften, verfasste ein Theaterstück und zwei Bücher. In dieser Zeit der intensiven Schreibphase übersiedelte Heinz Placek nach Schrems ins Waldviertel, wo er später auch sein Atelier „Bienenstock“ etablierte.

Er schuf Objekte und Installationen. Später fand er wieder zurück zur Lackmalerei, seine letzten Werke waren Zeichnungen mit Feder, Tinte und Tusche.

Der dritte im Bunde ist Jonathon Roberts (1946 - 2020). Er wurde in Dudley in Großbritannien geboren und studierte von 1964 bis 1967 Geschichte in Oxford. Der Zeitgeist der Hippie-Ära inspirierte ihn zu vielen Reisen und führte zu Kontakten mit Künstlern. 1972 bis 1976 war er Meisterschüler bei Richard Matouschek, einem Vertreter der Wiener Schule des phantastischen Realismus. 1974 bis 1977 lernte er Farbenlehre bei Hugo Schönborn, seinem spirituellen Mentor. In dieser Zeit lernte er auch Vesna kennen und wurde Mitglied der Werkstätte „Vesna Design“ in Wien. Daraus ergab sich eine lebenslange Zusammenarbeit, die ihn ins Waldviertel nach Schloss Primmersdorf führte. Jon Roberts malte in Tempera Mischtechnik und in Öl. Für seine Wandbespannungen kombinierte er Textil-Handdruck und Malerei.