Autor & Musiker wieder in Urheimat zurückversetzt. Autor und Musiker Peter Reutterer wurde über Verlag von Salzburg wieder ins Waldviertel zurück geholt.

Von Monika Freisel. Erstellt am 02. Mai 2021 (03:48)
Peter Reutterer bei einer Lesung aus seinen literarischen Arbeiten.
privat, privat

Über seine Erinnerungen an die Kindheit im Waldviertel, sein Kooperation mit dem Verlag Bibliothek der Provinz und seine neuen Buchpläne erzählt Peter Reutterer im Interview.

NÖN: Sie waren sieben Jahre alt, als Sie mit Ihren Eltern von Waidhofen nach Salzburg übersiedelten. Welche Erinnerungen an Waidhofen bzw. an das Waldviertel aus Ihrer frühesten Kindheit haben Sie?

Peter Reutterer: Natürlich ist das Leben im Forsthaus eine nachhaltige Erfahrung gewesen. Ereignisse wie das Abfischen des Dorfteiches in Reingers sind mir noch heute sehr präsent. Ebenso natürlich auch die Jagdgänge im Waldviertler Wald, die Jagdhunde. Besonders faszinierend der Duft an den Teichen im Sommer, das Schwimmen im dunklen Wasser. Mit meinen Eltern und Geschwistern bin ich im Sommer auch nach der Übersiedelung auf Urlaub ins Waldviertel zurückgekehrt, das Zusammentreffen mit den zahlreichen Cousins und Cousinen war jedes Mal ein Highlight – mein Vater stammt aus einem Bauernhof in Langegg, meine Mutter aus dem Schulhaus in Mold bei Maria Dreieichen. Waidhofen selbst habe ich erst später wieder näher besichtigt, u.a. auch als Jugendlicher wegen der Tanzlokale.

Der Verlag Bibliothek der Provinz, der sechs Ihrer 15 Bücher herausgab, hat seinen Sitz in Großwolfgers bei Weitra. Wollten Sie durch die Kooperation mit dem Verlag von Richard Pils auch Ihren Kontakt zum Waldviertel bewahren bzw. fördern?

Reutterer: Eigentlich verläuft die Geschichte umgekehrt: Dem Gespür von Richard Pils ist es zu verdanken, dass ich mich zu einem seither regelmäßig publizierenden Autor gewandelt habe. Er hat „Forsthaus“ – das vielleicht mein bestes Buch geblieben ist – aus 2000 Manuskripten herausgefischt – wie aus einem Karpfenteich. Für mich war es wie ein Wink von oben, dass ein Waldviertler Verlag mich annimmt und mich wieder - zumindest künstlerisch - in die Urheimat zurückversetzt. Damit hat er mir ein neues Waldviertel-Kapitel aufgeschlagen, ich nahm viele Jahr an den legendären Poetenfesten in Raabs teil.

Als Musiker und Lyriker arbeiten Sie häufig mit dem ebenfalls in Salzburg lebenden Musiker und Komponisten Gerald Endstrasser zusammen. Endstrasser wiederum ist seit vielen Jahren Gast bei der Plattform „Together“, Litschau, bei der auch Sie bereits eine Lesung gehalten haben. Werden Sie wiederkommen, vielleicht auch als Musiker?

Reutterer: Ich habe auch in Salzburg bereits mehrere spannende Projekte mit Gerald Endstrasser erarbeitet. Falls „Together“ wieder einmal an einer Kooperation interessiert ist, würde mich das natürlich freuen.

Konkrete Ankündigungen sind in Zeiten wie diesen aber äußerst schwierig, das betrifft auch meine Auftritte mit den beiden feinen Trios „Exquisit“ und „Honey Rose Quartett“. Im August werde ich jedenfalls an einer „Literatursession“ – von Thomas Sautner veranstaltet – teilnehmen.

Schreiben Sie derzeit wieder an einem Buch?

Reutterer: Eigentlich warten zwei Manuskripte auf die Publikation. Eines davon, das ich hoffentlich in der „Bibliothek der Provinz“ veröffentlichen kann, ist Kurzprosa, die zu einem gewichtigen Teil ins Waldviertel zurückkehrt und in der das Leben meiner Mutter und von Frauen überhaupt in den Mittelpunkt gerückt ist. Am Rande geht es auch um das Thema Bildung – Schönes wie Grässliches – und zuletzt auch um die Erfahrungen, die aus der Pandemie kommen. Alles das mit sozialkritischem und belletristischem Hintergrund. Gewiss ein besonderes Stück Prosa.

Ja, und natürlich habe ich auch etwas Neues begonnen: Dabei verarbeite ich meine cineastischen Vorlieben, soviel kann ich verraten. Neben der eigenen Literatur verfasse ich seit einem Jahr – in dem ich „freitätig“ geworden bin – Besprechungen. Man kann nur hoffen, dass sich der Kulturbetrieb wieder normalisiert, dass Lesungen wieder möglich werden und somit persönliche Kontakte - nicht zuletzt im Waldviertel - wieder aufleben dürfen.