Cornerstone: „Unhip“ aber cool

„Cornerstone“ besinnt sich auf die Rockgrößen der 1980er-Jahre. Die Wiener Band spielte ein Konzert im Waidhofner „Henry‘s“.

Erstellt am 19. Oktober 2021 | 15:16
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Die Band „Cornerstone“: Michael Wachelhofer (Bass), Erich Blie (Drums), Sarah Trepte (Vocals) und Steve Wachelhofer (Gitarre).
Foto: Sebastian Dangl

Großer Besuch auf einer verhältnismäßig recht kleinen Bühne: Die Wiener Band „Cornerstone“ machte auf ihrer aktuellen Tour durch ganz Österreich auch einen Abstecher ins Waldviertel. Die Vierer-Kombo rund um die Brüder Michael und Steve Wachelhofer spielte am Wochenende in Henry‘s Cafe auf.

Mit dabei hatten sie zahlreiche Songs aus der mittlerweile über 20-jährigen Bandgeschichte sowie den neue Drummer Erich Blie. Für ihn war der Auftritt in Waidhofen fast ein Heimspiel. Er stammt aus Horn. Erst vor Kurzem stieß Blie zur Band, die sich heuer neu formierte.

Klanglich wildert die Band in den Gefilden der melodischen Rockmusik mit hohem Nostalgiefaktor. Kindern der 1980er-Jahre dürfte sofort ein Herz aufgehen. So quilt die Musik von „Cornerstone“ nur so über von Klängen, die an Größen wie „Journey“ oder „Simple Minds“ erinnert. „Cornerstone“ schafft es trotzdem, dem antiquierten Genre den modernen Touch hinzuzufügen und den Sound von 1981 ins Jahr 2021 zu übersetzen.

Getragen wurden die Songs dabei von Sängerin Sarah Trepte, die relativ spontan für Marianne Rauscha einsprang. Rauscha legt gerade aus gesundheitlichen Gründen eine Bandpause ein. Als zweiter großer Star des Abends entpuppten sich die Gitarrensolos von Steve Wachelhofer, der fast immer die richtige Balance zwischen ruhigen Tönen und einem Höllentempo quer übers Griffbrett fand.

Die bekannten Songs der Band, wie „Last Night“ und „Rise and Shine“ fanden natürlich auch den Weg ins Programm. Letzterer wurde von der USA-Tour 2009 inspiriert. „Last Night“ handelt dagegen von einer durchzechten Nacht. „Da geht‘s um Alkohol und so böse Sachen. Das kenne wir natürlich nur aus Erzählungen“, scherzte Bassist Michael Wachelhofer. Abgerundet wurde der Konzertabend mit Coverversionen von „Black Velvet“, „Ironic“ oder einer besonders einfühlsamen Version von Fleetwood Mac‘s „Dreams“.

„Cornerstone“ schwimmen nicht auf den Trends der aktuellen Zeit, sondern besinnen sich auf ihre Wurzeln zurück. Das ist laut Band vielleicht „unhip“, aber garantiert nicht uncool oder gar langweilig. Das Publikum in Henry‘s Cafe war begeistert. Einer baldigen Rückkehr ins Waldviertel steht also nichts im Wege.