Dany Reiter: „Bin da, wo ich immer hinwollte“. Dany Reiter aus dem Bezirk Waidhofen/Thaya hat sich nach elf Jahren als Deutsch- und Musiklehrerin vollends auf ihre Musik konzentriert.

Von Alina Kalaschek. Erstellt am 12. Februar 2021 (04:47)
Dany Reiter ist erfolgreiche Showproduzentin und Hauptdarstellerin.
privat

„Ich bin nun endlich da gelandet, wo ich immer hinwollte“, sagt Sängerin und Show-Produzentin Dany Reiter stolz, wenn sie an ihren musikalischen Werdegang zurückdenkt.

Auf Umwegen gelangte sie an ihr lang ersehntes Ziel, nämlich mit ihrer Leidenschaft ihr Geld zu verdienen. Obwohl sie ursprünglich immer vorhatte von ihrer Musik zu leben und bereits als Kind bei jedem Auftritt bewies, dass sie „für die Bühne geboren ist“, gab es schlichtweg zu viele Neinsager, die es ihr ausredeten. „Was Gscheites“ sollte sie stattdessen machen. So wird sie, nachdem sie bereits als Vierjährige auf der Bühne auftrat, als Teenager Klavier, Geige und Gitarre spielte und Solistin im mehrfach preisgekrönten Kammerchor Albert Reiter in ihrer Geburtsstadt Waidhofen/ Thaya war, doch erst einmal Hauptschullehrerin.

Studierte erst mal etwas „Ordentliches“. Die erste große Hürde war für Daniela Reiter damals die ländliche Gegend, in der man sich nur extrem schwer vorstellen konnte, eine künstlerische Karriere anzusteuern. Weiters fehlte auch von zuhause die Unterstützung. Man hätte ihr zwar nie etwas direkt ausreden wollen, aber man versuchte ihr definitiv einmal mehr und einmal weniger subtil klarzumachen, dass die Chancen, sich als Sängerin über Wasser halten zu können, eher gering wären. So konnte sie damals nach ihrer Matura den Sprung nicht wagen und studierte erst mal etwas „Ordentliches“. Als sie sich dann aber nach Jahren des Networkings immer mehr in die Künstlerszene in Wien integriert hatte, hat sie sich wieder neben ihrem „normalen“ Job musikalisch ausgetobt. Es hätte sich einfach eine Möglichkeit nach der anderen ergeben, anfangs das Singen in diversen Tonstudios, dann Engagements für einige Bands als Sängerin und ab 1998 die verschiedensten eigenen Projekte.

Pragmatisierung aufgegeben. Sie beteuert jedoch: „Ich habe trotzdem gern unterrichtet und möchte die Erfahrungen nicht missen. Nach elf Jahren als Deutsch- und Musiklehrerin musste ich jedoch wohl oder übel meine Pragmatisierung aufgeben, zeitlich und auch vom Nervenaufwand her wusste ich, beides geht nicht.“ So hat sie sich dann vollends auf ihre Musik konzentrieren können.

Erfolgreiche Showproduzentin und Hauptdarstellerin. In den Folgejahren schuf sie sich ihr eigenes Genre und ist als erfolgreiche Showproduzentin und meist auch als Hauptdarstellerin für diverse Covershows verantwortlich: „Gimme Some Lovin´- The Blues Brothers Are Back“ (Stadthalle Wien, MQ Wien, „The Real ABBA tribute“ (als Anni-Frid), „Best Of Eurovision Song Contest“, „Magic Girls“, „Like A Virgin“ (als Madonna), „Divas Of POP“ (als Madonna, Christina Aguilera, Whitney Houston,...),, „Best of Musicals“ (in diverse Rollen), „Rock Classics“ (Blondie, Bonnie Tyler,...), „Ideal“ (Nena,...) sowie „Saturday Disco Fever“ (Gloria Gaynor, Donna Summer, Weather Girls,...).

Klingende Namen in Künstlerpool. In ihrem Künstlerpool finden sich Namen wie Alfons Haider, Ramesh Nair („Der Inder“), Maya Hakvoort, Gary Lux, Sandra Pires, Stella Jones, Drew Sarich und viele mehr. Als Live-Musiker stehen ihr die Band- und Orchestermitglieder der Vereinigten Bühnen zur Verfügung.

Im Rahmen ihrer erfolgreichen Karriere als Rock-, Pop- und Musicalsängerin tourte sie bereits mit der Londoner Showproduktion „Abba Fever“ sowie mit Stars wie Hansi Hinterseer und Wolfgang Ambros im gesamten deutschsprachigen Raum. Als „Anni-Frid“ absolvierte sie hunderte Auftritte in ganz Europa und Übersee und begeisterte dabei bereits hunderttausende Fans in bekannten Häusern wie Friedrichstadtpalast Berlin, Philharmonie München, Liederhalle Stuttgart, CCH Hamburg, Wiener Stadthalle, Kasematten Graz, Burg Gars, Burgarena Finkenstein, Donaubühne Tulln sowie bei großen Open Air Veranstaltungen wie der Starnacht am Wörthersee oder dem Wiener Donauinselfest bis hin zu Kultur-Festivals wie z.B. in Sziget/Ungarn vor mehr als 15.000 Besuchern.

Arbeitet an ihrem ersten Solo-Programm. Auch als Studiosängerin hat sie sich über die Jahre einen sehr guten Namen gemacht und singt regelmäßig für renommierte Namen wie Stefanie Werger, Elisabeth Engstler, Wolfgang Ambros, Christian Kolonovits, DJ Ötzi und Jazz Gitti. Momentan arbeitet sie an ihrem ersten Solo-Programm unter dem Titel: „Frau Reiter singt - Sex & Crime - eine musikalische Satire“.

Dany Reiter war also richtig in Fahrt, doch das Jahr 2020 kann auch sie nur als die absolute Katastrophe bezeichnen. Die Kultur leide überaus stark darunter, es sei ja praktisch ein Berufsverbot verhängt worden. „Man hat leider schon das Gefühl, dass die Kultur den Regierenden nichts wert sei“, bemerkt die Sängerin traurig, „und dass gute Qualität einen Preis hat, haben wir Künstler uns jahrelang erkämpft. Ich fürchte, dass dies nun zunichtegemacht wurde. Es wird ganz schwierig werden, wenn wir irgendwann wieder arbeiten dürfen, auch wieder davon geregelt und wie zuvor davon leben zu können.“ Ein weiteres Problem, dass das Virus für die Künstler mit sich gebracht hat, ist, dass das Networking nun unmöglich gemacht wurde.

Networking im Künstlerbereich online einfach nicht vorstellbar. Es sei ohne sich zu treffen unmöglich. Networking im Künstlerbereich sei online einfach nicht vorstellbar. Der ständige Austausch wäre aber einer der wichtigsten Bestandteile des Künstlerdaseins. Trotz dieser Katastrophe hat die Künstlerin nie an der Richtigkeit ihrer Berufswahl gezweifelt. Sie weiß, es ist das Richtige für sie gewesen.

Falls heuer Kulturevents stattfinden dürfen, könnte man Dany Reiters einzigartige Darbietungen mit „The Real ABBA Tribute“ als Nächstes im Herrenseetheater in Litschau im Mai bewundern.