Impfstraße: Große Freude über den ersten Stich. Schon vor dem offiziellen Beginn um 14 Uhr hatte sich im Eingangbereich zum Impfzentrum in der Sporthalle in Waidhofen/Thaya eine Schlange gebildet: Die ersten Impfwilligen, die ihre Impftermine gleich zu Beginn hatten, warteten sehnsüchtig auf den ersten von zwei Stichen, welche das Ende der Angst vor dem Coronavirus und die Rückkehr in ein normales Leben versprechen.

Von Michael Schwab. Erstellt am 23. April 2021 (06:21)

In der Sporthalle wurden derweil die letzten Vorbereitungen getroffen und die ersten Spritzen hergerichtet.

Kurz nach 14 Uhr ging es los. Franz Rathbauer war der Erste, der am Premierentag seine Impfung erhielt, inklusive Fotoshooting mit der anwesenden Presse. Ein kleiner Stich, dann hieß es 15 Minuten warten, in einem eigens eingerichteten Wartebereich mit in entsprechenden Abständen aufgestellten Sesseln, ein wenig wie vor einer Bühne. „Da fehlt nur noch ein Unterhaltungsprogramm“, hörte man als Anmerkung. „Da wird noch etwas kommen, wir werden Infoscreens anbringen, damit die Leute während der Nachbeobachtungszeit etwas zum Anschauen haben“, verspricht der für den Bezirk Waidhofen zuständige Impfkoordinator Florian Liewald.

Die Organisation lief reibungslos. Von der Anmeldung, bei der man nur mehr seine Terminbestätigung und einen Ausweis herzeigen musste, ging es zum Arztgespräch mit Josef Dörrer oder Andrea Eisen. „Wenn auf den Aufklärungsbögen alle Fragen mit Nein angekreuzt sind, geht es recht schnell. Beim Pfizer-Impfstoff, wie er heute zum Einsatz kommt, gibt es auch kaum Fragen zur Impfung“, merkt Liewald an.

Ärzte klären auf, diplomiertes Personal impft

Den Impfung selbst wird – dies ist in allen Impfzentren in NÖ so geregelt – von diplomiertem Gesundheitspersonal verabreicht. Der Sinn dieser Einteilung sei laut Liewald, dass man so die ohnehin knappe Ressource der Ärzte nicht überstrapazieren müsse. Die primäre Aufgabe der Ärzte im Impfzentrum sei das Arztgespräch, dazu komme noch die Notfallversorgung, falls jemand nach der Impfung eine allergische Reaktion erleiden sollte – eine extrem seltene Komplikation, auf die man aber trotzdem vorbereitet ist.

„Würden wir auch Ärzte zum Impfen einsetzen, dann bräuchten wir vier statt zwei Ärzte in Waidhofen. Ärzte, die in ihren Ordinationen und im Spital dringender gebraucht werden“, stellt Liewald klar.

Wer den Stich und die Wartezeit von 15 Minuten überstanden hat, kann sich an einer von zwei Dokumentationsstationen am Ausgang seinen Stempel für den Impfpass holen.

60 Impfungen pro Stunde

Die Termine werden im 15 Minuten-Abstand vergeben, pro Impfstraße geht man von 30 Impfungen pro Stunde aus – das ergibt bei zwei Impfstraßen wie in Waidhofen 60 Impfungen pro Stunde. 15 Freiwillige waren am ersten Impftag im Einsatz.

Unter den ersten Geimpften war auch der ehemalige Waidhofner ÖVP-Stadtrat Alfred Sturm: „Ich bin wirklich froh, ich habe diesen Tag herbeigesehnt“, freute sich Sturm über seine Imfpung. Weniger Freude bereitete ihm der Umstand, dass „nur“ 360 Impfdosen für diesen ersten Impftag geliefert wurden. „Das sollte schon noch mehr werden, ich habe leider den Eindruck, dass unsere Region her wieder einmal vergessen wird“, gab Sturm zu bedenken.