Josef Ramharter: „Positives Klima mit Wertschätzung“

Erstellt am 19. Januar 2022 | 05:28
Lesezeit: 5 Min
Josef Ramharter spricht im Interview mit der NÖN über den neuen Stil der Zusammenarbeit im Waidhofner Gemeinderat.
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Vor etwas mehr als einem halben Jahr wurde Josef Ramharter (ÖVP) zum Bürgermeister der Stadtgemeinde Waidhofen gewählt. Jetzt hält er im Gespräch mit der NÖN Rückschau auf die ersten sechs Monate im Amt.

NÖN: Wie gestaltete sich der Einstieg ins Bürgermeisteramt? Es gab ja gleich einiges zu organisieren.

Josef Ramharter: Ich war noch bis 31. Juli bei meinem vorherigen Arbeitgeber, der Firma Rudda in Heidenreichstein, beschäftigt. In dieser Zeit war daneben sehr viel an Vorbereitungsarbeit für das 850-Jahr-Jubiläum unserer Stadt erforderlich. Zwei Führungskräfte und drei Mitarbeiterinnen der Öffentlichkeitsarbeit waren in dieser Zeit im Krankenstand.Es war ein sehr intensiver Austausch mit den Büros von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und unserer Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner erforderlich. Es gab immer wieder Besprechungen mit Andy Marek und Kulturstadtrat Herbert Höpfl, um die einzelnen Punkte des Festaktes zu klären.

Stichwort Verwaltung: Die Krankenstände begannen ja kurz vor Ihrer Wahl zum Bürgermeister. Welche Auswirkungen hatte das?

Ramharter: Durch die Ausfälle mussten die Gemeinderäte Bernhard Löscher (ÖVP) und Laura Ozlberger (IG) die Protokollierung der ersten GR-Sitzung am 10. Juni übernehmen. Das Protokoll der nächsten Gemeinderatssitzung am 1. Juli übernahm Jürgen Lunzer, der Amtsleiter der Gemeinde Waidhofen an der Thaya. Alle weiteren Protokolle der Stadt- und Gemeinderatssitzungen wurden wieder von Mitarbeitern der Stadtgemeinde übernommen.

Ist es gelungen, die Situation im Umgang mit der Verwaltung zu verbessern?

Ramharter: Erst nach und nach beruhigte sich die Personalsituation und die monatelangen Krankenstände gehörten der Vergangenheit an. Ich bekomme von den Mitarbeitern im Rathaus bezüglich der Arbeits zufriedenheit durchwegs posi tive Rückmeldungen. Dass es bei 100 Dienstnehmern immer wieder eine Personalfluktuation gibt, liegt in der Natur der Sache.

In Waidhofen wurde in derPolitik in der Vergangenheit oft gestritten. Wie geht es Ihnen im Umgang mit dem Koalitionspartner und der Opposition?

Ramharter: Nach der 850-Jahr-Feier investierte ich sehr viel Zeit für die Erstellung des Voranschlags 2022, der schlussendlich einstimmig im Gemeinderat beschlossen wurde. Die Abstimmung mit dem Koalitionspartner und den Oppositionsparteien läuft durchwegs in einem positiven Klima und mit gegenseitiger Wertschätzung. Wichtige Vorhaben konnten so auf den Weg gebracht werden.

Welche Vorhaben denn zum Beispiel?

Ramharter: Da gab es einige wichtige Projekte, darunter der Verkauf eines Grundstücks für das Postverteilerzentrum, Investitionen in den Fuhrpark der Wirtschaftsbetriebe, den Leitungsbau für Glasfaser im Betriebsgebiet Ost, die Anpassung der Wasser- und Kanalgebühren und natürlich auch den Verkauf von Baugründen in der Heli-Dungler-Siedlung, wo derzeit schon drei von 16 Gründen vergeben sind. Weitere wichtige Punkte waren die Vergabe diverser Subventionen an Vereine, Kulturschaffende, Sport, Wirtschaft und die Feuerwehr, und die Erarbeitung des Haushaltsvoranschlags für 2022. Besonders freut mich auch, dass uns eine Gemeindekooperation mit der Marktgemeinde Dietmanns für den Winterdienst auf der Verbindungsstraße zwischen Hollenbach und Dietmanns gelungen ist. Auch konnten wir die Betriebserweiterung der Firma ALPLA auf Schiene bringen.

Welche Vorhaben sind derzeit in der Projektierungs- bzw- Umsetzungsphase?

Ramharter: Da wäre die Verabschiedungshalle am Friedhof zu nennen, für die wir heuer einen Architekturwettbewerb abhalten werden und die dann 2023 bzw. 2024 gebaut werden soll. Ein weiteres wichtiges Vorhaben für die Stadt ist die Errichtung eines Motels im Betriebsgebiet Nord-West. Auch die Wohnhausanlage Kamptal III in der Moritz-Schadek-Gasse wäre hier zu erwähnen, ebenso der Ausbau der gemeindeeigenen Photovoltaik-Anlagen, die Gründung einer Energie gemeinschaft, die Erstellung eines Sanierungskonzepts für den Kindergarten Heubachstraße und die Errichtung von Kanal und Wasserversorgung in Matzles.

Im Voranschlag stehen ja auch einige Dinge, die von der Bevölkerung schon länger gewünscht werden. Was gibt es da Neues?

Ramharter: Wir haben beschlossen, die Sanierung der Dreifaltigkeitssäule anzugehen. Für den Muhr-Brunnen wird es einen neuen Standort samt Errichtung des Unterbaus und der nötigen Technik geben. Außerdem planen wir den Ankauf einer Weihnachtsbeleuchtung, da läuft gerade die Erhebung des Ist-Bestandes. Am Campingplatz werden wir eine Bodenbefestigung durchführen, und der Zugang zum Freizeitzentrum wird durch eine Rampe barrierefrei gestaltet.

Gibt es sonst noch erwähnenswerte Vorhaben?

Ramharter: Ja, wir werden auch die Rathausfassade sanieren, und erneuern die EDV und Server im Rathaus. Außerdem wollen wir WLAN im öffentlichen Raum installieren.

Wie würden Sie ihr erstes Halbjahr als Bürgermeister in kurzen Worten zusammenfassen?

Ramharter: Insgesamt darf ich aus meiner Sicht eine positive Halbjahresbilanz ziehen. Ich möchte aber ausdrücklich betonen, dass diese erfreuliche Bilanz nur durch die ausgezeichnete Unterstützung der Stadt- und Gemeinderäte – vor allem der eigenen Fraktion - und des Koalitionspartners möglich gewesen ist.

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