Kabarett-Kritik: Offen und ungeniert

Kabarettistin Lydia Prenner-Kasper erzählte in Waidhofen schonungs- wie schamlos aus ihrem - mutmaßlich fiktivem - Leben.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 02:34
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Die Kabarettistin Lydia Prenner-Kasper sorgte für großes Amüsement im Stadtsaal.
Foto: Freisel

So schonungs- wie schamlos erzählte die Kabarettistin Lydia Prenner-Kasper in ihrem Programm „Krötenwanderung“ am Freitagabend im gut besuchten Stadtsaal aus ihrem - mutmaßlich fiktivem - Leben. Zwischen dem Paarungsverhalten der Kröten und dem der Menschen zieht sie Parallelen. Männer werden nur deshalb geheiratet, weil sie im Bett als Thermophor für die eiskalten Frauenfüße verfügbar sind.

Ihre aus ostfriesischem Hochadel stammende Schwiegermutter Grete bezeichnet Lydia als Kröten-Oma, ihre eigene, aus der gesellschaftlichen Unterschicht kommende, dem Alkohol zugetane Mutter nennt sie Bsuff-Oma. Zum 15. Hochzeitstag schenken die beiden alten ,Kartonagen‘, wie sie despektierlich bezeichnet werden, Lydia und ihrem Ehemann einen kinderfreien Urlaub auf einer Insel. Offen und ungeniert schildert die Kabarettistin dann ihre Erlebnisse in dem Urlaubsresort „Paradiesvögel(n)“, das sich alsbald als Swinger-Club herausstellt, in dem nicht nur das Handy, sondern auch die Kleider zwingend abzugeben sind, und ein täglicher Fetisch-Nachmittag zum Mitmachen einlädt. Prenner-Kasper absolvierte ihr Programm sprachlich virtuos mit ausufernder Mimik und Gestik, das Publikum war begeistert und spendete reichlich Applaus.

Der Kabarettabend wurde vom Verein ,Waidhofen.Sozial.Aktiv.‘ veranstaltet, in dem sich Mitarbeiter der Waidhofner Stadtgemeinde ehrenamtlich für Sozialprojekte engagieren. Vor ihrer Karriere als Kabarettistin war Prenner-Kasper als ausgebildete Sozialpädagogin ebenfalls im Sozialbereich tätig und unterstützte Menschen mit Behinderung.