Kerzenlicht-Konzert: Seiten unserer Seele

Robert Pobitschka führte mit den Klängen der Casparides-Orgel in Waidhofen die Seele der Zuhörer in andere Ebenen fern der Sinneswelt.

Erstellt am 23. November 2021 | 18:24
Kerzenlichtkonzert Waidhofen
An der Casparides-Orgel der Waidhofner Stadtpfarrkirche spielte Robert Pobitschka Werke von Girolamo Frescobaldi, Johann Sebastian Bach und auch Eigenkompositionen.
Foto: Freisel

Die Kerzenlicht-Konzertreihe des Komponisten, Pianisten und Organisten Robert Pobitschka fand am Sonntagnachmittag mit einem Konzert an der Casparides-Orgel in der Stadtpfarrkirche Waidhofen für dieses Jahr ihren Ausklang. „Es ist eine dunkle Phase, durch die wir gehen“, führte Pobitschka – auch angesichts des neuerlichen Lockdowns - in die Stimmung des Konzerts ein, „es machen sich aber auch Seiten unserer Seele bemerkbar, die sonst nie zu sehen sind.“

Mit einer Toccata von Girolamo Frescobaldi (1583-1643), dem italienischen Komponisten des Frühbarock, eröffnete Pobitschka das Konzert.

Eröffnung mit Girolamo Frescobaldi

Eher dunkel erklang zuerst „Per l’elevatione“, freudiger, mit schwebenden Akkorden daraufhin der zweite Teil „Per l’organo sopra i pedali“.

Frescobaldis Werke beeinflussten viele Komponisten, unter anderen auch Johann Sebastian Bach (1685-1750), einen der bedeutendsten Tondichter überhaupt. Pobitschka spielte dessen Werk für Tasteninstrumente, Partita IV in D-Dur, Bachwerkeverzeichnis 828, in das Bach auf die Ouvertüre die Allemande, Courante, Sarabande, Menuett und Gigue folgen ließ und inmitten dieser Tänze eine Aria einfügte. Im Original von Bach als „Clavir-Übung“, bezeichnet, interpretierte Robert Pobitschka diese sieben Sätze auf der Orgel und erfüllte virtuos die Vorgabe des Komponisten, „denen Liebhabern zur Gemüths Ergoetzung verfertiget“ .

Eigenkomposition „Stimmungsbilder“

Im Mittelpunkt des Konzerts stand Pobitschkas neueste, 2021 entstandene und aus drei Teilen bestehende Eigenkomposition „Stimmungsbilder“, die mit „Herbst“, „Dialog“ und „Entrückung“ aus der düsteren, nebelerfüllten, in tiefsten Basstönen gehaltenen Herbststimmung mit darauffolgenden besänftigenden, beruhigenden Klängen in einen Zauber versetzte, der die Seele in andere Ebenen fern der Sinneswelt führte. Das Publikum dankte mit reichlich Applaus.