Kommende Ausstellung: Stillleben und poppige Zebras. Wahlwaldviertler Marcus Stiehl zeigt ab 16. Oktober seine Bilder in der Kunst.Galerie.Waldviertel.

Von Michael Schwab. Erstellt am 01. Oktober 2020 (06:58)
Marcus Stiehl zeigt ab 16. Oktober eine große Auswahl seiner Werke in der Kunst.Galerie.Waldviertel in Waidhofen.
Michael Schwab

Wenn der Künstler Marcus Stiehl eine realistische Stadtansicht malen will, dann fliegt er dafür auch schon mal extra nach New York.

Zeugnis seines Einsatzes wird Stiehl bei seiner kommenden Ausstellung in der Kunst.Galerie.Waldviertel am Waidhofner Hauptplatz abliefern: Die Vernissage findet am 16. Oktober statt. Zu sehen sein werden neben realistischen Landschafts- und Stadtansichten auch Stillleben und Bilder aus Stiehls poppiger Phase, wie ein buntes Zebra.

Der gebürtige Wiener entdeckte als Jugendlicher seine Leidenschaft und sein Talent für die Malerei: „Vorher habe ich Klavier gelernt. Als ich dann nach fünf Jahren jemanden spielen hörte, der erst seit eineinhalb Jahren übte, und besser war als ich, war mir klar, dass das mit dem Klavierspielen wohl nicht meine Stärke sein wird. Also habe ich aufs Malen umgesattelt“, erzählt Stiehl.

Malerei statt Klavier

Im Gegensatz zum Klavierspielen fiel ihm das leicht: „Es ging wie von selbst.“ In Volkshochschulkursen eignete er sich die Grundlagen an, von 1985 bis 1991 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, um anschließend hauptberuflich als Maler zu leben. Außerdem lehrt Stiehl Malerei an Volkshochschulen und in Kunstvereinen im Umfeld Wiens. Vor 15 Jahren wurde der Künstler zum Waldviertler: Er erwarb einen alten Bauernhof in Jarolden und richtete ihn her.: „Ich fühle mich jetzt im Waldviertel mehr zu Hause als in Wien“, meint er.

Bis zu 700 Stunden für ein Ölbild

Seine Lieblingstechniken sind Ölmalerei und Aquarell, Acrylbilder malt Stiehl eher selten. Für ein großformatiges Ölbild wendet er schon einmal 600 bis 700 Stunden auf, kleinere Bilder nehmen um die 200 Stunden in Anspruch: „Es gibt Phasen, da arbeite ich sieben Tage die Woche, zwölf Stunden am Tag. Das ist eine Sucht und Leidenschaft“.

Stiehls Lieblingsmotive wechselten im Laufe der Jahre: Waren es früher vor allem Stadtansichten und amerikanische Lkw im fotorealistischen Stil, schwenkte er anschließend auf Tiere um. In Kombination mit seiner „poppigen Phase“ entstand dann das erwähnte bunte Zebra. „Ich habe mir überlegt, was ich in meinem Haus in Jarolden über die Sitzbank hängen kann“, sagt Stiehl zur Entstehungsgeschichte dieses Werks.

Bilder für Jubiläen

In letzter Zeit mal er bevorzugt Ansichten des Waldviertels und der Gemeinde Thaya – letzteres hat einen besonderen Grund: „Der Bürgermeister verschenkt bei Jubiläen gerne solche Bilder.“