Gefahr für Teichanlage durch Biber. Biber unterminiert Damm durch Höhlenbau. Tier soll schonend entnommen, aber nicht getötet werden.

Von Hannes Ramharter. Erstellt am 12. Dezember 2018 (06:00)
Hannes Ramharter
Der kräftigere Stamm ist bereits angenagt, der dünnere schon fast abgenagt: Typische Biber-Spuren rund um die Teichanlage von Altschach.

Viel Zeit und Geld, aber noch viel mehr Herzblut hat Klaus Altschach in seine Teichanlage bei seinem Pferdehof zwischen der Bundesstraße 5 und der Katastralgemeinde Kainraths investiert. Momentan ist die gesamte Teichanlage aber schwer gefährdet, Grund dafür ist ein Biber, der dort heimisch wurde.

Gegen die Fischotter hat Klaus Altschach durch einen elektrischen Zaun noch Abhilfe geschaffen, der Biber gefährdet die Teichanlage nun auf völlig andere Art und Weise.

„Will eine möglichst schonende Entnahme und sicherlich keine Tötung des Bibers!“ Klaus Altschach, Besitzer der Teichanlage in der Gemeinde Waidhofen-Land 

„Wir haben uns gewundert, als wir plötzlich immer wieder gesehen haben, dass Sträucher und kleinere Bäume umgestürzt sind. Aufgrund der Art, wie die Stämme ,gefällt‘ worden waren, haben wir relativ schnell erkannt, dass wir einen Biber in der Anlage haben müssen“, erzählt Altschach im Gespräch mit der NÖN.

An vielen Orten der weitläufigen und aus mehreren verschieden großen Teichen bestehenden Anlage zeigt Altschach die Spuren des Nagers. Was ihn besonders verwundert, ist die Tatsache, dass der Biber, von dessen Vorkommen in der Thaya man natürlich bereits weiß, rund vier Kilometer von der Thaya entlang des Radlbaches bis in seine Teichanlage gekommen ist.

Teichanlage könnte Wasser völlig verlieren

Altschach hat sich mit Experten unterhalten. Ihrer Meinung nach ist dieser Biber ein Tier, das aufgrund seiner nun eingesetzten Geschlechtsreife von seinen Eltern verstoßen wurde und sich daher ein neues Revier suchen musste.

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Klaus Altschach vor seiner Teichanlage, die von Waidhofen Richtung Kainraths liegt.

Dass er aber ausgerechnet eine Teichanlage „ausgesucht“ hat, ist für Altschach ein veritables Problem. Denn der Biber gräbt sich Höhlen und unterminiert dadurch den Damm. Und wenn seine Höhle fertig ist, bereitet er auch noch einen Fluchtstollen vor. Wenn das Tier dann noch eine Partnerin findet, muss er für diese eine weitere Höhle graben und darüber hinaus auch noch einen weiteren Fluchtstollen.

Genau dadurch entsteht aber die Gefahr, dass der Damm des Teiches irgendwann so durchbohrt wird, dass das Wasser des Teiches abfließt. Das wiederum wäre für die auch im Winter in dem größeren Teich befindlichen Friedfische wie verschiedene Wildkarpfen, Karpfen, Amure und Schleie eine enorme Gefahr, denn ohne Wasser gibt es natürlich kein Überleben und im Winter würde man auch nicht so schnell das ausgeflossene Wasser ersetzen können.

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Durch diesen Baumstumpf wurde Klaus Altschach auf den Biber aufmerksam.

Klaus Altschach ist ein großer Tierfreund. Er freut sich darüber, dass bei seiner Teichanlage auch zahlreiche seltene Vogelarten wie ein Eisvogel vorkommen, er weiß auch, dass er seine Fische mit einem Graureiher „teilen“ muss.

Wegen des streng geschützten Bibers hat Altschach auch bereits Kontakt mit der Naturschutzbehörde aufgenommen. „Wahrscheinlich wird es kein Problem darstellen, dass wir die Genehmigung zur Entnahme des Tiers bekommen“, berichtet Altschach, klar ist für ihn allerdings, dass er nur eine möglichst schonende Entnahme will und sicherlich keine Tötung des Tiers. Das könnte insofern relativ einfach gelingen, als es sich bei dem Biber noch um ein Einzeltier handeln dürfte, das übrigens von Altschach auch bereits gesichtet wurde.

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An dieser Birke hat der Biber sein „Werk“ erst begonnen, bald wird sie nicht mehr stehen.

Der von Altschach zum Schutz vor dem Fischotter installierte Zaun bringt nun ein weiteres Problem für den Teichbesitzer: Die Fischotter kommen wegen des elektrischen Zauns nicht mehr in die Anlage hinein, der Biber aufgrund derselben Tatsache wohl nicht mehr aus der Anlage hinaus. Bleibt für Altschach die Hoffnung, dass die Entnahme des Bibers relativ schnell gelingt, so schnell, dass der Biber bis dahin nicht durch den Damm durchgegraben hat. Das würde auch den Verlust der vielen Bäume und Sträucher, die nicht zuletzt für den Vogelbestand wieder wertvoll sind, eher verschmerzen lassen.