Lobby vertritt nun Radler. Die Waidhofner Gruppe will sich dafür einsetzen, dass der Alltagsradverkehr und die Infrastruktur dafür gefördert wird. Eine konstruktive Herangehensweise sei dabei wichtig.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 24. Juni 2020 (04:58)
Die Radlobby war bei der Radparade der Plattform „Lebenswertes Waldviertel“ vertreten (v.l.): Andrea Röglsberger, Philipp Kronbichler, Florian Kainz und Martin Litschauer.
NOEN

Die Radlobby NÖ und ihr Vorsitzender Karl Zauner haben Mitstreiter in Waidhofen gefunden: Die Gründung der regionalen Gruppe erfolgte im Juni, im Waldviertel ist eine weitere in Gmünd aktiv.

„Unser hauptsächliches Ziel besteht darin, den Alltagsradverkehr zu fördern“, erzählt Mitglied Florian Kainz. „Welche Bedingungen herrschen in der Stadt zum Radfahren, was könnte bezüglich Infrastruktur verbessert werden?“ Hier gehe es nicht um den sportlichen und freizeitlichen Aspekt, man wolle alltagstaugliche Bedingungen in den Gemeinden und Städten schaffen.

„Die konstruktive Herangehensweise steht im Vordergrund“, betont Kainz. „Wir machen jetzt eine Bestandsaufnahme in Waidhofen, um festzustellen, was die Radfahrer brauchen.“ Abstellplätze zählen dazu, die Stadtgemeinde habe bereits einige Radständer angeschafft. Vom Lidl-Markt zum Einkaufszentrum könnte man beispielsweise eine direkte Verbindung schaffen, damit man nicht einen Riesenumweg über die viel befahrene Brunnerstraße bis zum Kreisverkehr machen müsse.

„Als Radfahrer soll man nicht bestraft werden“

„Es soll so sein, dass man als Radfahrer nicht bestraft wird und die Infrastruktur nicht nur für Autofahrer vorhanden ist. Das setzt keine Anreize für das Radfahren“, ist Florian Kainz überzeugt. Die Schaffung einer Radinfrastruktur solle zudem gesetzlich verankert werden.

Kainz ist selbst ein leidenschaftlicher Radfahrer: „Ich bin durch das Sportradeln draufgekommen, dass man das Rad als Alltagsverkehrsmittel auch viel mehr nutzen sollte, gerade in Zeiten des Klimawandels. E-Bikes und Lastenräder bieten heutzutage viel mehr Möglichkeiten als früher. Dieses Potenzial sollte nicht nur für den Freizeitverkehr genützt werden.“

Die Waidhofner Radlobby wird einen Ideenbriefkasten aufstellen und ist per Mail erreichbar: wt@radlobby.at