Mit Jürgen Hanisch in Welt der Illusionen eintauchen. Jürgen Hanisch war mit 13 Jahren bereits zum ersten Mal Staatsmeister der Juniorenmagie. Er hofft nach Coronapause auf den Sommer.

Von Julia Fröhlich. Erstellt am 08. April 2021 (03:32)

Sobald der leidenschaftliche Zauberer Jürgen Hanisch tief in seine Trickkiste greift, darf sich sein Publikum über ein magisches Entertainment freuen und in die Welt der Illusionen eintauchen. Als zweimaliger österreichischer Staatsmeister der Juniorenmagie hat er sein Talent und Geschick für die Zauberei schon vor den Augen einer Fachjury erfolgreich unter Beweis gestellt.

Unter den etwas weniger strengen Blicken seines Großvaters hat der gebürtige Waidhofner bereits im Alter von sechs Jahren fleißig Zaubertricks erlernt. „Mein erster Auftritt vor großem Publikum ist mir vor lauter Nervosität sehr schwer im Magen gelegen, aber ich habe das Tuch wie ein Profi weggezaubert und bin mit jeder weiteren Darbietung über mich selbst hinausgewachsen“, schildert Jürgen Hanisch seine Entwicklung vom ersten Auftritt bis zu seinem ersten eigenen Programm im Alter von zehn Jahren. Ganz kann er das Lampenfieber bis heute noch nicht ablegen, was aber gut ist, denn der positive Eustress bewahrt ihn oftmals vor Unkonzentriertheit und folglich auch vor Fehlerquellen.

Magie liegt im Blut. Die magische Ader scheint im Blut zu liegen, denn auch schon sein Großvater hat sein Publikum auf eine äußerst positive und unterhaltsame Art und Weise gekonnt hinters Licht geführt. Gemeinsam haben die beiden regelmäßig an Magierkongressen und Treffen des Magischen Klubs Wien teilgenommen, um sich Ratschläge von erfahrenen Mitgliedern zu holen und sich auszutauschen. „Während meiner Schulzeit habe ich alles gut unter meinen ,Zauberhut‘ bekommen, aber seit meinem Einstieg in die Berufswelt nach der Handelsakademie, fehlt mir einfach die Zeit“, gesteht der 42-Jährige heute. Umso lieber erinnert er sich aber an die Wettbewerbe in seiner Jugend zurück: „Im Jahr 1992 bin ich im Alter von dreizehn Jahren erstmals beim Wettbewerb in der Sparte der Juniorenmagie angetreten und habe gleich den ersten Preis und somit auch meinen ersten Staatsmeistertitel mit nach Hause genommen“, erzählt Hanisch stolz. Doch dabei blieb es nicht, denn in den kommenden Jahren räumte er noch weitere Podestplätze ab und 1995 bekam er schon seinen zweiten Staatsmeistertitel der Juniorenmagie verliehen. Die Schwierigkeit bestand darin, das Programm innerhalb eines sehr kurzen Zeitfensters möglichst fehlerfrei vor den strengen Blicken der Fachjury zu präsentieren und möglichst viele Punkte in den jeweiligen Kategorien zu sammeln. „Es galt sehr anspruchsvolle Zaubertricks mit jeder Menge Fingerspitzengefühl auszuführen“, führt Hanisch fort.

Zauberei eng mit Schauspiel verwandt. Für seine Shows lässt sich der leidenschaftliche Zauberer gerne von Büchern, Videos oder Kollegen inspirieren. „Für mich ist die Zauberei sehr eng mit der Schauspielerei verwandt, da die Art der Präsentation für einen gelungenen Auftritt oft ausschlaggebend ist“, betont der Zauberkünstler, denn erst die gekonnte Darbietung macht die Illusion so besonders. Dazu gehört es auch, das Publikum in die Show miteinzubinden. Der besondere Reiz an der Sache ist für Hanisch die unvorhersehbare Reaktion seines Publikums. Auch, wenn nicht immer alles nach Plan läuft, weiß er gekonnt sein Improvisationstalent einzusetzen, sodass der 42-Jährige kleine Hopplas ganz nach dem Motto „The show must go on“ einfach überspielt. „Alles eine Sache der Übung“, ergänzt er schmunzelnd.

Durchhaltevermögen für schwierige Tricks. Auch bei der Schwierigkeit seiner Kunststücke verweist er auf das notwendige Durchhaltevermögen in der Übungsphase. So auch bei einer beliebten Hochzeitsgeschichte von Hanisch: „Das Leben nach einer Eheschließung stelle ich mit zwei Tüchern dar, welche sich in einem Glas ineinander verschlingen und im Laufe der Geschichte um weitere Tücher, die Kinder, erweitert werden.“ Bei diesem Kunststück ist sein handwerkliches Geschick besonders gefragt, da die Augen der Zuseher ständig auf die Tücher gerichtet sind. „Ich muss aber gestehen, dass ich die aufwendigsten und schwierigsten Tricks hauptsächlich bei den Wettbewerben in meiner Jugend vor dem Fachpublikum aufgeführt habe, da dieses auch über das notwendige Hintergrundwissen verfügt.“ Jürgen Hanisch selbst hat nämlich die Erfahrung gemacht, dass einfachere Shows in Kombination mit einer guten Inszenierung vor einem Laienpublikum am besten ankommen. Der absolute Klassiker in seinen Darbietungen ist der „Gedankenprojektor“, bei dem eine geheim gezogene Karte eines Freiwilligen vom Publikum erraten wird.

Auch auf Theaterbühnen zu sehen. „Meine Motivation ist, die Leute gut zu unterhalten und dafür zu sorgen, dass sie Spaß haben“, beschreibt der Zauberer seinen persönlichen Zugang zur Magie. Mit dieser Einstellung ist er auch zum Theaterspielen gekommen. In diesem Jahr feiert der künstlerische Leiter der Bühne Heidenreichstein sein 20-jähriges Schauspiel-Jubiläum. Jürgen Hanisch verkörpert nicht nur die verschiedensten Charaktere, sondern ist auch als Autor und Regisseur im Theater tätig. Wenn er gerade nicht auf der Bühne in die unterschiedlichsten Rollen schlüpft, verblüfft der gern gesehene Gast sein Publikum bei Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Mitternachtseinlagen oder Events. „Im Sommer wäre nach der über einjährigen Zwangspause wieder ein kurzer Programmbeitrag auf einer Hochzeit geplant“, schildert Hanisch sein Vorhaben und hofft, dass er bald wieder Leute unterhalten darf. Derzeit kann der hauptberufliche Lehrer an der LBS Schrems lediglich seine Schüler auf eine humorvolle Art und Weise unterrichten.