Museum öffnet im April Türen. Die Zwangspause soll bald zu Ende gehen: Nicht nur Weberei und Bürgerkorps bilden Ausstellungsschwerpunkte in Waidhofen/Thaya

Von Alina Kalaschek. Erstellt am 03. April 2021 (04:39)
Das Weben, das Bürgerkorps, ein alter Greißlerladen und die Bandlkramer stehen im Mittelpunkt der Ausstellungen und einiger weniger Veranstaltungen im Stadtmuseum.
Stadtmuseum Waidhofen, Stadtmuseum Waidhofen

Das Stadtmuseum öffnet am 24. April wieder seine Pforten und bietet damit die Möglichkeit, die Geschichte der Bezirkshauptstadt und der Umgebung in der Dauerausstellung, im Waldviertler Webereimuseum und in den ständig wechselnden Sonderausstellungen näher kennenzulernen. Die Covid-bedingte Zwangspause legte all das auf Eis, dafür kann bald Neues besichtigt werden.

Ein alter Webstuhl produziert im Museum. Dazu gehört der 100 Jahre alte und noch funktionierende Seidenlanzierwebstuhl mit den daraus gewebten Stoffen. Das Gerät gehört zu den letzten seiner Art und produzierte einst Krawatten in der Seidenweberei der Brüder Steiner in Grulich (Králíky).

Die professionelle Inbetriebnahme im Museum begann im Herbst 2018 unter der fachkundigen Leitung von Heinrich Hetzer, seitdem wurde ein kleines aber feines Sortiment aus verschiedenen Stoffen in ansprechenden Farben gewebt. Ein besonderes Schmankerl sind das „Waidhofner Mascherl“ und die Türme von Kirche und Rathaus, die in den Stoff eingearbeitet wurden. Außerdem ließ das Museum alltagstaugliche Dinge wie Taschen und Etuis anfertigen, die man erwerben kann.

Ein Film über Weberei. Ein anderes Projekt ist die Realisierung eines Filmes über die Weberei. Dieser wird im Stadtmuseum am 15. Oktober präsentiert, zusammen mit Musik von Helmut Hutter und seinem Waldviertler Schrammeltrio.

Jubiläum: 40 Jahre Bürgerkorps. Der Start in die Saison ist die Sonderausstellung „40 Jahre Wiedergründung des Bürgerkorps Waidhofen“, die 2020 verschoben werden musst und die man nun von 24. April bis 18. Juli besuchen kann. Das Bürgerkorps hat bei seiner Wiedergründung im Jahr 1980 zahlreiche Ausrückungen im In- und Ausland durchgeführt und außerdem bei kirchlichen Veranstaltungen Stadt und Region in kulturellen Belangen vertreten, alles unter dem Motto der Kameradschaftspflege. Diese Tätigkeiten sollen im Museum vorgestellt werden.

So wie früher: Alter Greißlerladen. Die Dauerausstellung trägt den Namen „StadtGeschichte[n]“ und stellt jahrhundertealte Artefakte aus der Stadt und den umliegenden Ortschaften vor. Ein besonderes Highlight ist der originale Greißlerladen. Dieser stammt von der Familie Pfeiffer in Speisendorf. Früher war ein solcher in jedem Dorf vorhanden: Das bedeutete für die Einwohner eine gewisse Selbstständigkeit, da man kein Fahrzeug benötigte und das Wichtigste in Fußnähe erhältlich war. Heutzutage findet man solche Läden kaum mehr. Weiters schmückt beispielsweise eine Kastenkrippe aus der Zeit um 1800 den Eingangsbereich des Museums.

Bandmühlen & Bandlkramer. Im Waldvierteler Webereimuseum wird die historische Bedeutung der Weberei für die Region dargestellt. Eine der letzten Bandmühlen und ein hölzerner Bandlkramer sind nur einige Glanzstücke.