Notstand an Notärzten bahnt sich an. Die Februar-Dienste weisen (noch) Lücken auf, im März kann derzeit keine Versorgung bereitgestellt werden – zumindest nicht aus dem Klinikum Waidhofen.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 15. Januar 2020 (05:12)
Die Abteilung für Intensivmedizin stellt die Notärzte bereit, kämpft aber mit personellen Schwierigkeiten.
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Vizebürgermeister Gottfried Waldhäusl (FPÖ) verkündet bei der Podiumsdiskussion am Freitag (Seiten 6/7), dass die notärztliche Versorgung nicht gegeben sein werde. In einer Presseaussendung vom Dienstag spricht er gar vom „nächsten Anschlag auf das Gesundheitssystem“, der bevorstehe: „Weil einige der Spitalsärzte zeitnah das Pensionsalter erreichen, droht Waidhofen das Aus der Versorgung durch einen bezirkseigenen Notarzt.“ Das müsse aber eine Selbstverständlichkeit sein. Was steckt dahinter?

„Tatsache ist, dass es einen Notärzte-Mangel in Waidhofen gibt“, erklärt Harald Penz. Er ist Primar am Landesklinikum Zwettl (zuvor Waidhofen), Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin und Mitglied im Referat für Notfall- und Rettungsdienste in der Ärztekammer NÖ. Drei Notärzte fielen zuletzt krankheits- oder verletzungsbedingt aus. Dieser Ausfall werde mit anderen Landeskliniken kompensiert, erklärt Penz.

„Es ist uns ein großes Anliegen, die notärztliche Versorgung auch bei schwieriger personeller Situation aufrecht zu erhalten.“Andreas Reifschneider

Die Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin im Landesklinikum Waidhofen stellt die Notärzte für den Bezirk Waidhofen bereit, das Pflege- und Betreuungszentrum in Raabs ist ein zusätzlicher Stützpunkt für die Nacht (von 19 bis 7 Uhr). Die notärztliche Versorgung im ganzen Waldviertel wird an insgesamt sechs Stützpunkten organisiert.

Waidhofens Notarzt-Dienste im Jänner sind besetzt. Lücken bestehen laut Penz noch im Februar, „aber wir sind dabei, diese mithilfe der Landeskliniken Zwettl, Gmünd und Horn zu füllen.“ Er selbst springe immer wieder in Waidhofen ein.
Aus informierten Kreisen heißt es, dass alle Dienste für März noch vakant sind. Andreas Reifschneider, Regionalmanager in der Landeskliniken-Holding, bestätigt das derzeitige Problem mit fehlenden Notärzten, an dessen Lösung man jedoch besonders intensiv arbeite. „Es ist uns ein großes Anliegen, die notärztliche Versorgung auch bei schwieriger personeller Ausgangssituation aufrecht zu erhalten.“

Er stimmt sich mit dem ärztlichen Leiter Manfred Weissinger im Landesklinikum Waidhofen und den Verantwortlichen vor Ort ab, um in kürzester Zeit und mit Engagement die offenen Notdienste in regionaler Zusammenarbeit mit den Kliniken in Gmünd, Horn und Zwettl besetzen zu können. „Damit soll die Notarztversorgung im Bezirk Waidhofen in der gewohnten Kontinuität wieder gewährleistet werden“, betont Regionalmanager Reifschneider.