Partyband-Manager: „Private Ersparnisse für Kredit“. „The Hot Dogs“-Manager Günter Riegler muss wegen fehlender Auftritte den Band-Kredit mit privatem Geld zurückzahlen.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 27. Mai 2020 (05:13)
Die Waldviertler Partyband „The Hot Dogs“ bei einem ihrer letzten Auftritte vor der Coronakrise heuer bei der Faschingsparty in Thaya.
Gerald Muthsam

Die Absage sämtlicher Veranstaltungen trifft nicht nur die Veranstalter selbst, sondern auch viele Produzenten und Zulieferer, aber auch die Musikbands, die für Stimmung und ein ausgelassenes Publikum sorgen. Dazu gehört auch die Waldviertler Partyband „The Hot Dogs“.

„Bei uns sind alle Auftritte bis September abgesagt“, erzählt Manager Günter Riegler. „Der letzte war am Faschingsdienstag. Die derzeitigen Lockerungen betreffen reine Sitzveranstaltungen, das heißt wir sind im Moment total auf Null gestellt.“ Er habe mit einigen Veranstaltern gesprochen, deren Veranstaltungen noch ausstünden, diese würden aus Angst vor einer neuen Ansteckungswelle bzw. der nicht vorhandenen Planungssicherheit heuer keine Veranstaltung mehr durchführen.

Ohne Barbetrieb keine gewinnbringende Veranstaltung möglich

Zudem könne unter den Bedingungen keine gewinnbringende Veranstaltung durchgeführt werden, da ein Barbetrieb, der den größten Umsatz bringe, nicht möglich sei. „Und wenn die Leute in einem Zelt nur sitzend und mit Abstand das Fest besuchen können, kommt auch keine Stimmung auf“, meint Riegler. Deshalb fehle bei vielen auch die Motivation, heuer noch ein Fest auszurichten. „Die meisten Veranstalter sind uns jedoch so weit entgegengekommen, dass sie uns für nächstes Jahr gebucht haben. Aber für heuer sind bis jetzt schon 18 Veranstaltungen ausgefallen“, berichtet der Bandmanager.

„Damit abgefunden, dass es heuer keine Auftritte mehr gibt."

„Für die kommende Ballsaison bzw. die Oktoberfeste im Herbst sind die gebuchten Termine noch aufrecht, jedoch kann man hier auch noch nicht sagen, ob die stattfinden können. Wir haben uns schon damit abgefunden, dass es heuer, bis auf die schon gespielten Auftritte, wahrscheinlich keine Weiteren mehr geben wird und wir erst wieder mit der Faschingssaison 2021 starten werden.“

Dies betreffe auch die Hochzeiten, die im Moment auch nicht stattfänden und auf nächstes Jahr verschoben würden. Hier entstünden dann Terminschwierigkeiten, weil die Planung mit den Festen abgestimmt werden müsse.

„Nur“ Hobby, aber trotzdem Fixkosten

Die Band spielt üblicherweise um die 38 Auftritte im Jahr. Die Musiker betreiben dies hobbymäßig, keiner muss davon leben. Trotzdem gibt es Fixkosten wie für den Bus-Stellplatz und die Miete für das Probenlokal.

Frage nach Entschädigungen ist noch offen

„Es gibt auch Rückzahlungen, die zu leisten sind“, merkt Günter Riegler an.

„Mein Sohn und ich haben die Band vor einiger Zeit übernommen und einiges in Technik und Bus investiert, und die Banken wollen natürlich das Geld zurück. Jetzt muss ich auf meine privaten Ersparnisse zurückgreifen. Ob es für uns Zuschüsse und Entschädigungen gibt, ist noch nicht klar.“ Geprobt werde jedoch schon wieder, um mit dem Repertoire am aktuellsten Stand zu sein, falls Auftritte kämen. Günter Riegler zeigt sich generell nachdenklich: „Ich spiele seit 36 Jahren und in der Zeit hat sich vieles verändert. Das Interesse an Bällen ist sehr zurückgegangen und so manches einstiges Kult-Feuerwehrfest findet auch nur mehr stark reduziert statt. Man weiß auch nicht, wie viel Geld die Leute in nächster Zeit zum Feiern haben werden.“