Pulverdampf und bunte Uniformen: Zwei Tage im Zeichen der Tradition

Erstellt am 20. Juni 2022 | 20:12
Lesezeit: 7 Min
21 uniformierte Einheiten und sechs Musikkapellen mit insgesamt rund 650 Teilnehmern – das „Fest der Uniformen“ des privilegierten uniformierten Bürgerkorps Waidhofen am vergangenen Wochenende brachte eine bunte Vielfalt an Traditions-Uniformen in die Stadt. Das Kommando über die Veranstaltung hatte an beiden Tagen Franz Loydolt. Für die Moderation war Gerhard Witzmann verantwortlich.
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Am Samstagnachmittag versammelten sich die Gruppen im Stadtpark und nahmen für einen gemeinsamen Zug zum Stadtsaal in der Gymnasiumstraße Aufstellung. Dort wurde es das erste Mal richtig laut – das Bürgerkorps Salzburg begrüßte den Zug mit einem Kanonenschlag.

Der Festakt vor dem Stadtsaal stand ganz im Zeichen der Namensgebung der neuen Kanone des Waidhofner Bürgerkorps, die im Vorjahr zum 40-Jahr-Jubiläum der Wiedergründung erstmals abgefeuert worden war. Maria Loydolt gab der Kanone den Namen „Heinz Fastroyer“ und feuerte unter der Anleitung von Kanonenkommandant Hubert Schlosser drei Kanonenschläge ab. Namensgeber des Geschützes ist Probst Heinrich Fastroyer (1624-1665), der im Jahr 1645 zur Zeit des 30-jährigen Krieges während der Belagerung Waidhofens durch die Schweden in der Stadt eingeschlossen war. Fastroyer spendete dem neu gegründeten Bürgerkorps eine Fahne, es ist daher laut historischen Quellen anzunehmen, dass die Gründung des Bürgerkorps sein Werk war.

Weckruf um 6.30 Uhr

Am Sonntag ging es frühmorgens weiter. Schon um 6.30 Uhr führten die Musikgruppen Dobersberg und Kürnberg einen musikalischen Weckruf quer durch die Stadt durch. Ab 10 Uhr marschierten die Gruppen einzeln am Hauptplatz ein. Vor dem Eintreffen des Fahnenzuges gab das Bürgerkorps Waidhofen einen Kanonenschlag ab . Mit dem Hissen der österreichischen Fahne, der Bundeshymne und dem Bürgerkorpsmarsch begann der Festakt. Bürgermeister Josef Ramharter, der zweite Landtagspräsident Karl Moser betonte die Rolle der Traditionsverbände als Bewahrer der Kultur und Förderer der gelebten Gemeinschaft, wodurch diese einen Beitrag zur Wahrung des Friedens leisten würden.

Dechant Josef Rennhofer segnete die Fahnenbänder, die als Andenken an den Tag von den Fahnenpatinnen an die Fahnenträger der einzelnen Züge überreicht wurden. Zum Schluss folgte die Defilierung der Gruppen durch die Böhmgasse vorbei an der Ehrentribüne, anschließend ging es weiter zum Ausklang mit einem Mittagessen im Stadtsaal.

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