Regnet es in die Jasnitzer Kapelle rein?. FPÖ-Stadtrat Gottfried Waldhäusl behauptete, das Dach der Jasnitzer Kapelle in Waidhofen an der Thaya sei stark undicht. Doch laut Herbert Höpfl (IG) entspricht das nicht der Realität.

Von Michael Schwab. Erstellt am 30. Dezember 2020 (04:13)
Vor einem undichten Dach der Jasnitzer Kapelle warnte Waldhäusl.
M.S.

Ist bei der Kapelle in Jasnitz Gefahr im Verzug oder doch noch genug Zeit, um bis 2021 zu warten? Gottfried Waldhäusl (FPÖ) sorgte in der jüngsten Waidhofner Gemeinderatssitzung mit seiner Warnung, dass es beim Kapellenturm seit Jahren rein regne, für Aufregung.

Diskussion um Denkmalsanierung

Grund der Wortmeldung war die Diskussion um einen Dringlichkeitsantrag der SPÖ, anlässlich der bevorstehenden 850-Jahr-Feier Waidhofens nötige Denkmalrenovierungen in der Stadt anzugehen. Waldhäusl merkte an, man solle dies nicht nur wegen der Feier tun. So sei ihm aus Jasnitz vom Wassereintritt in die Kapelle berichtet worden, man müsse da rasch handeln, um Folgeschäden zu vermeiden.

Höpfl: „Habe davon noch nichts gehört.“

Der zuständige Stadtrat Herbert Höpfl (IG) wollte davon jedoch noch nichts gehört haben. „Wir haben die Sanierung des Daches im Budget für 2021 drin“, versicherte Höpfl. „Heißt das, wir lassen es den ganzen Winter über reinregnen?“, warf Waldhäusl entrüstet auf. Höpfl versicherte abermals, die Sanierung 2021 durchzuführen, ohne sich jedoch auf einen Zeitplan festzulegen oder die besondere Dringlichkeit anzuerkennen. „Wenn es bei dir zu Hause rein regnet, machst du nichts? Da ist Gefahr im Verzug!“, entgegnete Waldhäusl.

„Von Gefahr im Verzug habe ich nichts gehört, mir wurde davon nichts gesagt“, meinte Höpfl und wollte von Waldhäusl wissen, woher er die Information habe, dass es in die Kapelle rein regne. „Ihr solltet mehr unter Leute gehen“, riet Waldhäusl Höpfl. „Das lasse ich mir nicht vorwerfen“, konterte der IG-Kulturstadtrat.

Entwarnung: Keine Gefahr im Verzug

Am Tag nach der Sitzung schaute Höpfl gleich in Jasnitz vorbei, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Es folgte die Entwarnung: Aktuell bestehe keine Gefahr, ein Dachdecker habe das Dach begutachtet, und man könne warten, bis das Sanierungsvorhaben regulär umgesetzt werden könne, fasst Höpfl zusammen.

Denkmalsanierung Schritt für Schritt

Was die Denkmäler betrifft, wird man Schritt für Schritt vorgehen müssen. Alleine die Renovierung der Pestsäule würde, wie Vizebürgermeister Martin Litschauer anmerkte, bis zu 200.000 Euro kosten. Waldhäusl forderte die Ausarbeitung eines Konzepts, in dem festgelegt wird, was dringend gemacht werden muss, und womit man noch warten kann. Der Antrag der SPÖ wurde einstimmig in den zuständigen Ausschuss verwiesen, um mit der Arbeit am Konzept zu beginnen.