TAM ist 25: Highlights zu Jubiläum. Was mit einer Handvoll Aufführungen pro Jahr begann, wurde zu solidem Theater mit bis zu 100 Aufführungen jährlich.

Von Michael Schwab. Erstellt am 06. Februar 2020 (12:24)
TAM-Prinzipal Ewald Polacek blickt zurück auf 25 Jahre Theater an der Mauer und präsentiert ein buntes Jubiläumsprogramm.
Michael Schwab

Als Ewald Polacek vor 25 Jahren sein „Theater an der Mauer“ (TAM) gründete, hätte er sich nie träumen lassen, welche Dimensionen das Theater einmal erreichen würde.

Begonnen hatte es mit dem Wunsch nach einem eigenen Theater. Mit vielen Helfern räumte er das heutige TAM-Gebäude aus. „Insgesamt waren es 67 Tonnen Schutt“, erinnert sich Polacek im NÖN-Gespräch anlässlich des bevorstehenden 25-Jahr-Jubiläums des TAM. Die noch brauchbaren Holzbalken aus dem Dachgeschoß fanden ein neues Heim in der Trausmühle.

Das neue Theater wurde zunächst von bestehenden Ensembles mit sechs bis acht Aufführungen pro Jahr bespielt. Als von der Stadtgemeinde der Vorschlag kam, eine Schauspielausbildung für Erwachsene anzubieten, meldeten sich gleich 16 Personen an. „Sieben davon sind heute noch aktiv. Das ist der Grundtstock des TAM-Ensembles“, ist Polacek stolz.

Nach zwei Jahren Ausbildung war es 1997 an der Zeit, mit Kurz-Szenen an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Aufführung war ein durchschlagender Erfolg. Noch im gleichen Jahr folgte der zweite Theaterkurs, 1999 der dritte. Mit der Größe des Ensembles wuchs auch die Zahl der jährlichen Aufführungen rasch an: von acht bis zwölf auf 85 bis 90 im Jahr 2002. „Seit damals haben wir jährlich zwischen 90 und 100 Aufführungen“, betont Polacek.

Neben heiteren Stücken als Publikumsrenner bringt der TAM-Prinzipal auch schwierige Kost auf die Bühne: „Mir gefällt das Schräge und Ungewöhnliche, was man hier in der Region nur bei uns sehen kann. Wir können es uns leisten, dieses Risiko einzugehen, und eine Balance aus Heiterem für die Kassa und anspruchsvollen Stücken zu wahren.“

Castingschef zu Gast im Theater an der Mauer

Seit 2002 wird das TAM vom „Verein für Theater und Theaterpädagogik“ betrieben. Das mit dem TAM verbundene Institut für Theaterpädagogik bietet nicht nur Aus- und Fortbildung für die hauseigenen Schauspieler, sondern auch ein reichhaltiges Angebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

„Früh übt sich“ gilt auch im Theater: „Wer mit sieben Jahren beginnt, ist mit 14 Jahren weiter als ein Erwachsener, der mit 30 anfängt, nach sieben Jahren“, ist Polacek überzeugt.

Dass sich die Qualität der TAM-Ausbildung herumgesprochen hat, zeigte jüngst auch der Besuch des Castingchefs des Filmemachers Ulrich Seidl beim Kinder- und Jugendtheater. „Er hat sich die Darsteller genau angesehen und Interviews mit ihnen geführt“, verrät Polacek. Ob für das eine oder andere Talent eine Filmrolle ins Haus steht, ist aber noch offen. Im Jubiläumsjahr gibt es im TAM ein buntes Programm aus Neuem und Altbewährtem sowie einige Sonderveranstaltungen (siehe Box).