Thayaland wird zum Radland. 2020 erlebte der Radtourismus zumindest in Waidhofen ein Rekordjahr. Kann der Trend auch heuer weiter anhalten?

Von Bernd Dangl. Erstellt am 07. April 2021 (04:55)
Das Radln im Thayaland ist beliebter denn je.
Matthias Ledwinka

Das Radfahren boomt und das schon seit mehreren Jahren, insbesondere aber seit Corona. Das Vorjahr war schon rekordverdächtig. Kein Wunder, wenn man doch beim Radln perfekt dem Wohnzimmer entkommt und in der Natur seinen Urlaub verbringt. Die heurige Radsaison ist bereits wieder voll im Anlaufen. Gerade im Bezirk Waidhofen wird die Freizeitbeschäftigung großgeschrieben.

Bereits viel Radverkehr vor Ostern. So ist die Thayarunde mittlerweile zum Herzstück des Radtourismus in der Region geworden. Gefahren werde laut dem Tourismus-Chef vom Zukunftsraum Thayaland, Wilhelm Erasmus, schon fleißig. Ostern sei in dieser Hinsicht schon immer ein gutes Pflaster gewesen, trotz Osterruhe und Wetterkapriolen. Problem sei allerdings noch, dass die Gastronomie noch nicht ihre Dienste anbieten darf. „Wir bereiten uns schon überall darauf vor, dass die Betriebe wieder aufsperren, doch noch heißt es abwarten“, meint Erasmus.

Anders als 2020? Erreichen möchte man die Rekordzahlen von 2020 auf jeden Fall wieder. Die Ausgangslage sei allerdings eine etwas andere. „Ich fürchte, dass es heuer aufgrund der ständigen Lockdown-Wellen und den Grenzschließungen schwieriger wird“, erklärt Erasmus. Die Reisebeschränkungen seien nämlich mittlerweile strenger. Im Vorjahr hätte man fast schon Normalebetrieb im Thayaland gehabt.

Thayarunde auch bei fernen Gästen beliebt. Zukunftsraum-Obmann Eduard Köck glaubt trotzdem, dass auch dieser Sommer an den von 2020 heranreichen, wenn ihn nicht sogar übertreffen kann. „Das Radfahren ist die perfekte Aktivität im Freien ohne viel Kontakt zu anderen Personen“, betont er. Fraglich seit jedoch auch für ihn die Lage mit ausländischen Gästen. Gerade aus Tschechien hätte die Thayarunde im Vorjahr viele Gäste begrüßen dürfen. Auch aus Westösterreich seien Radler gekommen. „Sogar Belgier und Holländer waren da“, sagt Köck. Das Radfahren ist also beliebter denn je und wird immer mehr zum zentralen Punkt vieler Urlaube.

Radtourismus profitiert von unsicherer Urlaubsplanung. Das wirkt sich auch auf die Verkaufszahlen aus. „Man merkt schon jetzt wieder die große Nachfrage“, berichtet Markus Koller, der in Pfaffenschlag einen Fahrradhandel betreibt. Gerade im Vorjahr sei das Interesse explosionsartig gestiegen. „Es ist die gleiche Situation, wie 2020. Viele wissen nicht so recht, wie sie ihren Sommerurlaub planen können. Radfahren kann man auch im Lockdown.“

E-Bikes gefragter denn je. Dabei gehe der Trend beim Kauf ganz klar in Richtung E-Bike. Etwa zwei Drittel aller von ihm verkauften Räder hätten einen Elektromotor. Durch den Komfort der E-Bikes würde man auch Menschen wiedergewinnen, die jahrelang nicht Rad gefahren sind. Problematisch sei momentan allerdings, überhaupt genügend Räder aufzutreiben. „Die Produktion ist in diesen Zeiten schwieriger geworden und dauert länger. Dadurch ergeben sich Lieferschwierigkeiten. Ich habe Räder bestellt, die vermutlich erst im Mai oder Juni ankommen“, erzählt Koller.

Der wichtige Funktionscheck nach der Winterpause. Für alle, die ihr Rad jetzt nach der Winterpause entstauben, gilt es einiges zu beachten, ehe man sorglos drauflos fährt. „Zuerst würde ich den Luftdruck der Reifen kontrollieren und schauen, ob sie vielleicht rissig oder spröde sind“, erklärt Koller. Wenn ein Rad länger ohne Luft im Reifen steht, würden sich öfter solche Risse bilden. Die Kette zu schmieren sei natürlich der Standard vor der ersten Ausfahrt. Aber auch eine Kontrolle auf lockere Schrauben würde sich anbieten, um wirklich sicher unterwegs zu sein.

Gruppenaktivitäten stehen still. Während Solofahrten problemlos möglich sind, haben es die Radclubs da um einiges schwerer. Im Kautzener Radclub Falke sind momentan alle Aktivitäten eingestellt. „Bei uns stehen normalerweise öfters gemeinsame Trainings und Ausfahrten auf dem Programm“, schildert Obmann Alfred Gabler. Für größere Touren sei man in Österreich unterwegs, wenn da nur kein Lockdown wäre. Trainings hätten vor Corona sogar wöchentlich stattgefunden.

Wann geht es weiter? Momentan herrscht also komplette Funkstille. Die rund 40 Mitglieder sind alleine unterwegs. Gehofft wird, dass zumindest im Sommer wieder mehr möglich wird. Die Radwandertage des Clubs sind wieder angedacht. Auch andere Touren würden sich laut Gabler vielleicht kurzfristig einrichten lassen. „Noch ist aber alles in Schwebe.“

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