Vernissage: Von der Schaffung einer eigenen Realität

Erstellt am 11. August 2022 | 03:46
Lesezeit: 3 Min
Fotografie ist mehr als bloße Abbildung – dies wird bei der Ausstellung „Fotografie ist (k)eine Kunst“ in Waidhofen/Thaya deutlich.
Werbung

Von großformatigen Schwarzweiß-Porträts kombiniert mit Projektionen über „Pflanzengeister“ bis zum „Lightpainting“ – drei unterschiedliche Fotokünstler präsentieren derzeit in der Kunst.Galerie.Waldviertel am Waidhofner Hauptplatz ihre Arbeiten. Am Freitagabend wurde die Ausstellung eröffnet.

Subhash, David Anderle und Andreas Biedermann – drei Fotografen, die mit der gleichen zugrundeliegenden Technik sehr unterschiedliche Zugänge zum Medium „Fotografie“ wählen und sich trotz ihrer Gegensätze im Rahmen dieser Ausstellung wunderbar ergänzen. Unter dem Titel „Fotografie ist (k)eine Kunst“ entführen sie in eine Welt von Schatten, Körper und Licht.

Der Ausstellungstitel spielt auf die seit der Erfindung der Fotografie existierende Diskussion an, ob sie in der Lage ist, das Wesen der Dinge zu erfassen, ob es sich um eine bloße Abbildung und Dokumentation der Realität oder doch eine künstlerische Ausdrucksform handeln kann. Eines machen die gezeigten Werke jedenfalls deutlich: Fotografie ist in jedem Fall mehr als nur ein Versuch, die Realität abzubilden. Vielmehr ist sie in der Lage, eine eigene, dem Menschen von seiner Sinnenswahrnehmung her nicht zugängliche Realität zu schaffen.

Besonders bei den „Lightpainting“ Arbeiten von Andreas Biedermann wird dies deutlich. Mithilfe langer Belichtungszeiten gelingt es dem Fotografen, mit einer LED-Lampe mit wechselnden Farben beeindruckende Strukturen aus Licht zu zaubern, die einem bloßen Beobachter der Szenerie verborgen bleiben würden und nur durch die Langzeitbelichtung festgehalten werden können.

Subhash geht es bei seinen Pflanzenbildern nicht um gestochen scharfe Aufnahmen, sondern um den Geist der Szene, den er durch bewusste Unschärfen in Form von „Pflanzengeistern“ zu erfassen versucht. Er verwendet dafür ein analoges Objektiv.

Mit der Projektion von Wirklichkeit setzt sich David Anderle auseinander. Bei seinen ausgestellten Fotografien fügt er durch Projektionen eine zusätzliche Ebene ein. Er hat mit verschiedenen Körpertypen experimentiert, die durch Muster betont werden.

Werbung