Waldhäusls „Hirsch“: Kritik flaut nicht ab. Dass der Landesrat nichts mit dem Gasthaus zu tun habe, aber dort kocht, sei ein Widerspruch. Waldhäusl kontert.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 24. Dezember 2019 (04:41)
Hundebesitzer demonstrierten vor dem Gasthaus „Zum Goldenen Hirschen“, während Waldhäusl darin Schweinsbraten kochte.
Schwab, Archiv

30 Hundebesitzer protestierten im November gegen Änderungen im Hundehaltegesetz – direkt vorm Gasthaus, in dem Landesrat Gottfried Waldhäusl gerade ein Schweinsbratl zubereitete. Dass er sich nicht blicken ließ, ärgerte schon damals, und dies thematisiert Pia Gudenus jetzt in einem Leserbrief. Was solle man nur davon halten?

Gottfried Waldhäusl: „Gibt nichts Schöneres, wenn ein Mann seiner Frau hilft.“
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„Einmal im Monat übernehme ich die Küchenleitung und da habe ich genug zu tun“, erklärt Waldhäusl. Er habe über die Medien von der Demonstration erfahren. „Wenn man mich vorher kontaktiert hätte, dann hätte ich erklären können, dass der richtige Platz für eine Demonstration in St. Pölten gewesen wäre.“ Es herrsche viel Unwissenheit in dieser Angelegenheit, das hätte er aufgelöst. „Das Gesetz hat der Landtag einstimmig beschlossen, nicht der Waldhäusl alleine. Ich muss das Gesetz vollziehen, der Initiativantrag kam vom Landtag.“ Und zwar von der ÖVP.

Landesrat und Koch im Gasthaus: Vereinbar?

Gudenus nimmt den Vorfall zum Anlass, um noch mal zu hinterfragen, ob Waldhäusl wirklich nichts mit dem „Goldnen Hirsch“ zu tun habe, wenn er dort regelmäßig kocht. Ob das mit seinem Job als Landesrat vereinbar ist, falls er daraus Einkommen bezieht, war schon früher immer wieder Thema. Die „Waldhäusl nunmehr GmbH & Co KG“ steht jedenfalls hinterm Gasthaus, der Landesrat selbst ist als Kommanditist angegeben.

Waldhäusl betont einmal mehr, dass alles „rechtlich oftmals geprüft“ worden sei: „Betreiberin ist meine Frau, so wie in Heidenreichstein.“ Er unterstütze lediglich seine Frau. „Es gibt nichts Schöneres, wenn ein Mann seiner Frau hilft. Das ist für mich etwas Normales“, ergänzt er. „Grundsätzlich geht es niemanden etwas an, wie jemand etwas finanziert. Wenn man fleißig ist, dann kann man auch etwas kaufen.“ Das Haus gehört „der Firma Waldhäusl, nicht mir“. Das müsse man rechtlich unterscheiden.