Umbau am Justizgebäude im Stadtzentrum abgeschlossen. Nach 13 Monaten Umbauzeit wurde das Haus in der Ybbstorgasse offiziell wieder seiner Bestimmung übergeben.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 11. September 2019 (03:25)
Magistrat
Katharina Berndl, Gerichtsvorsteher Markus Pischinger, Dechant Herbert Döller, Landesrat Martin Eichtinger, der Präsident des Oberlandesgerichtes Gerhard Jelinek, Bürgermeister Werner Krammer und Elisabeth Übellackner (v.l.) bei der Eröffnung.

Seit 1. September 2017 hat die Stadt Waidhofen wieder ein eigenständiges Bezirksgericht. Zur Erinnerung: 2012 beschloss die Bundesregierung, dass das Bezirksgericht Waidhofen ebenso wie jenes in Haag in den Standort Amstetten eingegliedert werden solle. So wurde das Gericht ab 1. Jänner 2014 nur mehr als Außenstelle des Bezirksgerichts Amstetten geführt.

Da die nötigen Adaptierungsarbeiten in Amstetten aber von anfänglich drei auf letztlich neun Millionen Euro anstiegen, kam es Anfang 2017 zu einer Kehrtwende: Die Eingliederung von Waidhofen und Haag in Amstetten wurde rückgängig gemacht und am 1. September 2017 wurde das Bezirksgericht Waidhofen neu eröffnet. Ein Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes aus dem 16. Jahrhundert, das sich im Eigentum der Stadt befindet, war jedoch schon allein wegen der mangelnden Barrierefreiheit unumgänglich.

1,7 Millionen Euro für Gerichtsumbau

So wurde im Frühjahr 2018 mit den Umbauarbeiten gestartet. Geplant und begleitet wurden diese von den beiden Architekten An-dreas Bösch und Maria Schneider (w30). Während der Bauarbeiten wanderte das Gericht in den Beta-Campus auf der Zell. Nach 13 Monaten konnte der Umbau abgeschlossen werden und das Bezirksgericht übersiedelte im Juni 2019 wieder an seinen alten Standort in der Ybbstorgasse 2.
Nun befindet sich das Justizgebäude auf dem modernsten Stand der Technik. Ein Lift wurde eingebaut und eine neue Sicherheitsschleuse im neu gestalteten Eingangsbereich errichtet.
Die Gesamtkosten des Umbaus belaufen sich auf 1,7 Millionen Euro. 416.000 Euro gab es an Förderungen.

Am Dienstag der Vorwoche wurde das umgestaltete Gebäude schließlich feierlich eröffnet.

„Für mich ist das ein besonderer Augenblick“, hielt Bürgermeister Werner Krammer fest. „Der Verlust des Bezirksgericht-Standortes damals tat uns als Statutarstadt sehr weh. Es handelt sich hier aber auch um ein historisches Haus, das unsere Stadt so unverwechselbar macht.“ Gerade diese Stadthäuser wolle man mit Leben füllen.

„Die Verbindung von Altsub-stanz mit zeitgemäßer Architektur ist hier wirklich gelungen“, gratulierte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka. Der Präsident des Oberlandesgerichtshofes Gerhard Jelinek gab zu, ursprünglich für die Zusammenlegung gewesen zu sein. Nun habe Waidhofen aber ein Gerichtsgebäude, das Aushängeschild für eine moderne Justiz sei. Weiters machte er auf die schwierige personelle Situation im Justizbereich aufmerksam, bevor Stadtpfarrer Herbert Döller die Segnung des Gebäudes vornahm.
Derzeit sind zwölf Mitarbeiter am Bezirksgericht Waidhofen beschäftigt.