Simone Brodesser:„Kompetenz wird vors Alter gestellt“. Simone Brodesser über die erste Zeit in der Waldviertel Akademie, ihre 18 Lenzen und eine bald startende Online-Videoreihe.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 16. Mai 2020 (06:35)
Simone Brodesser ist als Geschäftsführerin voller Vorfreude auf die erste Veranstaltung, an der sie federführend beteiligt ist.
Waldviertel Akademie

Simone Brodesser, 18 Jahre jung, aus Dobersberg – und schon Geschäftsführerin. Sie folgte Christoph Mayer in der Waldviertel Akademie nach.

NÖN: Was waren Ihre Beweggründe für Ihre Bewerbung?

Simone Brodesser: Nachdem ich bereits im Vorfeld mit Christoph Mayer ein ausführliches Gespräch hatte führen dürfen, stand für mich fest, dass ich diese Herausforderung annehmen und mich für den Geschäftsführerposten der Waldviertel Akademie bewerben werde – auch wenn ich meine Chancen anfangs noch relativ gering einstufte. Die Tatsache, dass ich im Kulturkeller Dobersberg die Kultur kennen und lieben gelernt habe, trug auch ihren Teil dazu bei. Das wichtigste am Job ist, dass man Spaß daran hat, ganz nach dem Motto „Was man gern macht, macht man gut!“

Wie haben Sie die Akademie bisher wahrgenommen?

Brodesser: Ich kannte sie bis vor kurzem leider nur vom Hörensagen. Aus heutiger Sicht möchte ich sie nicht mehr missen, nicht als Arbeitsplatz und schon gar nicht als Kultur- und Bildungsinstitution. Meine Vorfreude auf die erste Veranstaltung, bei welcher ich federführend beteiligt bin, lässt sich kaum in Worte fassen!

Was steht jetzt arbeitsmäßig an?

Brodesser: Nachdem ich die ersten 2,5 Wochen von meinem Vorgänger Christoph eingeschult worden war, versuche ich mich derzeit bestmöglich auf die Veranstaltungen im Herbst vorzubereiten, die hoffentlich stattfinden können. Die nicht ganz so arbeitsintensive Coronazeit kommt mir hier sogar zugute. Zusätzlich arbeite ich gemeinsam mit dem Vorstand der Akademie kontinuierlich an neuen Ideen für die Zukunft.

Wird in Zeiten von Corona an Alternativen für die vielen Veranstaltungen gearbeitet?

Brodesser: Auch die Waldviertel Akademie ist stark von dieser Krise betroffen. Aufgrund der Pandemie ist es uns bedauerlicherweise nicht möglich, unsere Veranstaltungen plangemäß durchzuführen. Allerdings freut es mich, verkünden zu dürfen, dass bereits in zwei Wochen unsere Online-Videoreihe startet, die ganz im Zeichen unseres Jahresthemas „ZeitenWende. WendeZeit“ steht und den Fokus auf die derzeit herrschende Coronakrise legt. Den Auftakt hierzu macht ein Live-Gespräch mit Frau Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger über die Zeit nach Corona. Sie wird uns auch ihr neuestes Buch „Startklar – Aufbruch in die Welt nach Covid-19“ präsentieren.

Bist du bisher schon auf dein jugendliches Alter als Geschäftsführerin angesprochen worden?

Brodesser: Bisher gab es keine Gespräche dergleichen. Vielleicht liegt das auch daran, dass die Entscheidung vom Vorstand nach bestem Wissen und Gewissen getroffen und dies so nach außen kommuniziert wurde. Ich wurde sehr gut aufgenommen und habe einen Ort gefunden, der meine Kompetenz vor mein Alter stellt. Mit diesem zusätzlich gestärkten Selbstvertrauen bin ich für potenzielle Kommentare gerüstet.

Verfolgst du persönlich Ziele oder Ideen für die Akademie?

Brodesser: Jetzt zu Beginn möchte ich auf den gut bewährten und fundierten Vorgangsweisen und Zielen meines Vorgängers aufbauen. Nach der ersten Eingewöhnungsphase werde ich dann auch meine persönlichen Impulse einfließen lassen, doch zurzeit ist mein vorrangiges Ziel, mich zu einer erstklassigen und sachkundigen Geschäftsführerin zu entwickeln und der Waldviertel Akademie die beste Version meiner Selbst zu bieten.