Rätselhafter Tod auf Mallorca: Enormes Echo auf Bericht. Was geschah in Nacht auf 9. August? Einige Reaktionen, aber noch keine Zeugen zum Tod des Waldviertler Polizeischülers Thomas H.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 28. August 2019 (16:35)
shutterstock/SchnepfDesign (Hintergrund), privat
Thomas H. (22) starb an schwersten Kopfverletzungen. Fotos: shutterstock/SchnepfDesign (Hintergrund), privat

Warum der Polizeischüler Thomas H. aus Gastern im Waldviertel im Urlaub mit Freunden auf Mallorca an schwersten Kopfverletzungen sterben musste, das ist immer noch völlig unklar. Aber: Mit ihrem Bericht über dubiose Umstände in der Nacht auf 9. August in „Ballermann“-Nähe ( siehe hier und unten) setzte die NÖN eine Bewegung in Gang, die in Online-Portalen für Furore sorgte und auf in- und ausländische Medien überschwappte.

Der Waldviertler NÖN-Newsroom in Vitis wurde kurzzeitig zur Anlaufstelle für Fragen von Politikern und Medien, unter thomas-mallorca@outlook.com wurde ein Mail-Account für Zeugen auffälliger Vorgänge zwischen „Mega-Park“ und „Duques“ eingerichtet. Am Tag des Begräbnisses brachte schließlich auch das in der großen deutschsprachigen Inselcommunity vernetzte „Mallorca-Magazin“ einen ausführlichen Beitrag inklusive Aufruf für die Zeugensuche.

Die örtliche Polizei führte das Unglück gegenüber Lokalmedien auf einen Sturz über die (lediglich kniehohen) Stufen zum Lokal „Duques“ zurück. Aber wie die Schädeldecke dabei zertrümmert und die Nase gebrochen, sonst trotz massiven Blutverlustes nicht einmal eine winzige Wunde gefunden wurde? Warum im Krankenwagen der Ausweis lag, von Handy und Geldbörse aber jede Spur fehlt?

Zeugensuche bisher noch ohne Ergebnis

Mehr als zwei Wochen später hat die Familie noch keine offizielle Darstellung aus Spanien oder Österreich zu den über Leben und Tod entscheidenden Minuten. Drei deutsche Ersthelferinnen (die den Vorfall nicht gesehen hatten) berichteten zum Beitrag auf NÖN.at von einer vermutlich Deutsch sprechenden Zeugin, deren Aussage von der Polizei abgewiesen worden sei. Sie selbst hätten den Beamten das nun verschollene Handy und die Geldbörse übergeben.

An die angegebene Mailadresse kamen inzwischen mehrere Reaktionen, aber noch keine Meldungen von Zeugen des Vorfalls. Der Waidhofner Abgeordnete Maurice Androsch (SPÖ) fordert Erklärungen von Außen- und Innenministerium über Aktivitäten und Wissensstand in der Causa, er will damit andernfalls ins Parlament gehen.

Die Anfrage an spanische Behörden laufe, beteuert Außenministeriums-Sprecher Peter Guschelbauer: „Wir können drängen, dass rasch und ordentlich untersucht wird, die Familien informiert werden.“ Selbst ermitteln könne man aber nicht. Warum die Botschaft während des tagelangen Todeskampfes nicht in Kontakt mit der Familie getreten ist, das werde geprüft.

„Wenn es einen Schuldigen gibt, dann hoffen wir immer noch, ihn ausfindig zu machen“, sagt die Mutter des Toten. Andernfalls könne eine Rekonstruktion der entscheidenden Minuten zumindest helfen, das Geschehene irgendwie zu verstehen.