Holzimporte: „Könnten das Holz nicht aufnehmen“. Lagerkapazitäten reichen nicht, auch wenn Importe gestoppt werden, sagt „Stora Enso“.

Von Karin Pollak. Update am 05. August 2019 (14:22)
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Symbolbild

Gelangen riesige Mengen an Holz über Iglau in Tschechien aus Weißrussland oder der Ukraine ins Waldviertel und werden die Lkw-Transporte ungenügend kontrolliert? Die NÖN ging dem nach, nachdem ein dahingehender Leserbrief die Redaktion erreichte.

Norbert Hüttler, Rundholz-Einkaufsleiter bei „Stora Enso“ erklärt, dass man Importe aus Tschechien um zehn Prozent reduziert und den Holzeinkauf aus dem Inland um 20 Prozent erhöht habe. Das finnisch-schwedische Forstunternehmen hat in Brand (Bezirk Zwettl) das frühere Stammsägewerk Schweighofer übernommen. Das Holz für Brand käme aus einem Einzugsradius von 90 Kilometer, dazu zähle Tschechien.

„Diese Lieferanten brauchen wir auch. Wir verarbeiten 800.000 Festmeter Holz pro Jahr alleine in Brand“, erklärt Hüttler. Alle Lager seien „bummvoll“. „Fakt ist: Sollte überhaupt kein Holz importiert werden, dann könnte die Industrie das derzeit anfallende Holz aus dem Inland auch nicht aufnehmen.“ Abhilfe könnten Zusatzlager bringen, dazu brauche es wasser- und gewerberechtliche Bewilligungen. „Stora Enso“ betreibt zudem zwei Wärmekraftwerke in Ybbs und Brand, die seit Jänner stillstehen. Die Politik setze sich nicht dafür ein. „Die Rahmenbedingungen gehören endlich geändert, das würde den Waldbesitzern auch helfen.“

„Es schiebt leider jeder das Problem weiter“, tun Hüttler die Forstwirte leid. „Wir von der Industrie sind an das Limit gestoßen, wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Trotzdem sind wir die Schuldigen, das tut weh.“ Das Wochenendfahrverbot für Lkw halte man sehr wohl ein.

Keine Überschreitung bei Lkw-Transporten

Bezirkshauptmann Günter Stöger sind keinerlei Überschreitungen der Lademengen oder Verstöße gegen das Lkw-Fahrverbotes bekannt. Das bestätigt Bezirkspolizeikommandant Paul Palisek. „Wir kontrollieren regelmäßig. Überregionale Bezirksverkehrsstreifen mit speziell auf den Schwerverkehr ausgebildete Beamten sind auf der Route Frates-Dobersberg laufend eingesetzt. Jene Lkw, die in der Nacht unterwegs sind, haben Ausnahmebewilligungen.“