Neuer Werksleiter für Alpla Waidhofen. Betriebswirt Werner Czirbusz aus dem Bezirk Wiener Neustadt ist nach Richard Reif neuer Werksleiter und Geschäftsführer bei Alpla Waidhofen.

Von Michael Schwab. Erstellt am 14. April 2021 (04:48)
Werner Czirbusz ist neuer Werksleiter und Geschäftsführer bei Alpla Waidhofen: Der Standort des international tätigen Alpla-Konzerns ist auf Kunststoff-Verschlüsse und Verschlusssysteme spezialisiert.
Michael Schwab

Das Waidhofner Alpla-Werk hat einen neuen Werksleiter und Geschäftsführer: Werner Czirbusz trat die Nachfolge von Richard Reif an. Die NÖN sprach mit Werner Czirbusz über seinen Werdegang und seine Pläne für den Waidhofner Standort und warum er für seinen Job einen Zweitwohnsitz in Waidhofen bezog.

NÖN: Was hat Sie zu Alpla nach Waidhofen gebracht? Wie sah Ihr bisheriger beruflicher Werdegang aus?

Werner Czirbusz : Nach meinem Studium der Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien war ich als Consultant in der Unternehmensberatung mit Schwerpunkt Papier- und Verpackungsindustrie tätig, in weiterer Folge als Werksleiter und Geschäftsführer in der Papier- bzw. Verpackungsindustrie, dies sowohl bei internationalen Konzernen als auch bei mittelständischen Unternehmensgruppen.

Als Alpla im Sommer 2020 nach einem Nachfolger für Richard Reif suchte, wurde ich angesprochen, ob mich diese Aufgabe interessieren würde. Durch meine Tätigkeit in der Papier- und Verpackungsindustrie kannte ich bereits einige Alpla-Kunden. Ich bin jetzt von der Verpackungsindustrie zu einem Spezialisten für Kunststoffverpackungen und Verschlusssysteme gewechselt.

Das heißt, Sie waren eigentlich gar nicht auf der Suche nach einem neuen Job?

Czirbusz : Ich hatte keine Wechselabsichten, aber ich fand das Angebot für Alpa zu arbeiten sehr interessant. Alpla sagte mir als renommierter Verpackungshersteller natürlich etwas, daher entschied ich mich, diese Herausforderung anzunehmen.

Wie gestaltete sich die Einführung in diese neue Aufgabe? Gab es eine Übergangsphase?

Czirbusz : Ich trat mit 1. Juli 2020 in den Betrieb ein. Richard Reif war bis Ende 2020 Geschäftsführer, dann übernahm ich diese Aufgabe. Bis Ende März stand uns Reif noch beratend zur Verfügung, wir haben ihn Corona-bedingt leider nur im engsten Kreis verabschieden können. Der langsame Übergang war sinnvoll und gut vorbereitet, genau so, wie Alpla das auch geplant hatte.

Sie stammen ja aus dem Bezirk Wiener Neustadt. Pendeln Sie jeden Tag?

Czirbusz : Ich wohne in Katzelsdorf, habe mich aber dazu entschlossen, mir eine Mietwohnung in Waidhofen zu nehmen. Dort lebe ich unter der Woche, am Wochenende fahre ich in die Heimat zurück.

Ich finde es wichtig, hier in Waidhofen eingebettet zu sein, und fühle mich im Waldviertel wohl. Ich meine, man sollte als Geschäftsführer physisch vor Ort und für die Mitarbeiter greifbar sein, das halte ich für sehr wichtig.

Mit der noch immer laufenden Covid-Krise haben Sie sich keine leichte Zeit für eine neue Aufgabe ausgesucht. Wie sehr ist Alpla von der Krise betroffen, und was tun Sie im Unternehmen, um Ansteckungen zu vermeiden?

Czirbusz : Natürlich ist die Nachfrage etwas hinter den Erwartungen, aber da wir sehr stark in die Getränke- und Lebensmittelindustrie liefern, ist unsere Auftragslage gegenüber anderen Branchen wesentlich stabiler.

Am Standort setzen wir auf ein umfangreiches Covid-Präventionskonzept, zu dem neben den übliche Hygienemaßnahmen und organisatorischen Änderungen wie Homeoffice und getrennte Schichten auch wöchentliche Tests in der Firma zählen. Diese Tests gelten auch als Eintrittstests. Wir hatten nur einige wenige Corona-Fälle in Waidhofen und keine Cluster, sind also mit unserer Strategie sehr gut gefahren.

Wie sehen Sie die Entwicklungsmöglichkeiten für den Waidhofner Standort? Welche Rolle spielt er im global tätigen Alpla-Konzern mit 178 Werken?

Czirbusz : Der Standort Waidhofen als Teil der österreichischen, familiengeführten und global vertretenen Alpla-Unternehmensgruppe ist langjähriger Partner und Lieferant von Kunststoff-Verpackungslösungen für renommierte nationale und internationale Kunden in der Getränke- und Lebensmittelindustrie sowie für Kunden aus dem sogenannten Home- und Personal-Care-Bereich. Basierend auf einer soliden Geschäftsentwicklung in den letzten Jahren plant der Standort Alpla Waidhofen in den kommenden Jahren deutlich zu wachsen. Mehr als 100 erfahrene und kompetente Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind die Basis für die ambitionierten Wachstumspläne.

Innovative und nachhaltige Verpackungslösungen sollen auch am Standort Waidhofen für eine erfolgreiche Zukunft sorgen.

Wir streben die Kompetenzführerschaft bei Kunststoff-Verschlüssen und Verschlusssystemen an, speziell am darauf spezialisierten Waidhofner Standort.

Werden dadurch neue Arbeitsplätze in Waidhofen entstehen? Gibt es aktuell offene Stellen im Waidhofner Werk?

Czirbusz : Ja, es wird dadurch mittelfristig zusätzliche Arbeitsplätze in unserem Waidhofner Werk geben. Wir suchen aber auch bedingt durch die üblichen Fluktuationen immer wieder neue Mitarbeiter. Aktuell sind wir sowohl im Produktions- als auch im Logistikbereich auf Mitarbeitersuche. Wir können hier langfristige, attraktive und krisensichere Arbeitsplätze bieten, was wir in der Corona-Krise unter Beweis gestellt haben. Durch das geplante Wachstum in den nächsten Jahren wird ein zusätzlicher Bedarf an Mitarbeitern entstehen.