Kieferprinzessin vermittelt Botschaft des Waldes. Die 27-jährige Julia Mendlig setzt sich für den Wald und deren Besitzer ein – und bricht besonders eine Lanze für die Kiefer.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 18. Juli 2019 (04:19)
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Kiefer ist regional verankert und hat genauso viele gesundheitliche Vorzüge wie die Zirbe: Der Baum ist deshalb das Aushängeschild für die Prinzessin, die sich aber auch für den Wald an sich einsetzen will.

Julia Mendlig ist die neue Wald- und Kiefernprinzessin, gekürt vom Verein zur Förderung des Waldes, und sie brennt regelrecht für das Thema. Ein regelrechter Redefluss bricht aus ihr heraus.

Die 27-Jährige besitzt selbst mit ihrer Familie einen Wald, absolvierte die Universität für Bodenkultur in Wien und befasst sich nun beruflich mit dem nachhaltigen Wirtschaften im Wald.

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Nach der Kür (v.l.): Christoph Unger, Andrea Mendlig, Mama Gabriele Mendlig mit Kieferprinzessin Julia Mendlig, Stefanie Mendlig, Vater Reinhard Mendlig, Karl Stangl und Karin Stangl
 

Sie arbeitet für „PEFC“ in Wien: Die Institution fördert, bewahrt und vermarktet klimafitte Waldbewirtschaftung – und genau das soll die Wald- und Kiefernprinzessin auch repräsentieren, eine Aufgabe, die der Weikertschlagerin wohl liegen wird.

Obmann Gerhard Blabensteiner hat sie direkt darauf angesprochen, ob sie sich diese Aufgabe vorstellen können. Ja, lautete die Antwort. „Ich will mich für den Wald einfach einsetzen“, begründet sie. Besonders nach den extremen Borkenkäfer-Kalamitäten habe sie das als eine sinnvolle Tätigkeit empfunden. Und ihr Herz schlägt sowieso für die Kiefer.

Kiefern begleiten sie schon lange

Das ist ein Baum, der ihre Familie seit jeher begleitet. „Wir haben auch eine Kiefernaturverjüngung“, schildert die junge Frau. „Jeder spricht immer von Mischwald, aber ein Nadelmischwald ist auch einer“, betont sie. Man sollte auf die Kiefer setzen, die zuletzt gut der Trockenheit getrotzt habe. Die Zirbe habe dank eines guten Marketings einen richtigen

Hype losgelöst, dabei habe die Kiefer dieselben gesundheitlichen Vorteile. Optisch gebe das Holz viel her: dunkel im Kern und hell rundherum.

„Man muss das nur besser nach außenhin tragen“, ist Mendlig überzeugt. Und man müsse die Forschung dahingehend vorantreiben, auch weil jedes Individuum anders ist. „Die Kiefer wächst nicht gerade: Man muss sehr viel freistellen und entasten“, das bedeutet Arbeit. Aber vielleicht könne die Zucht den Waldbauern eine Art liefern, die einfacher zu händeln ist.

„Wenn man nachdenkt, dass 300.000 Menschen in Österreich vom Wald leben: Das ist ein beträchtlicher Anteil.“ Julia Mendlig

Die Prinzessin will sich nicht nur für den Wald und im besonderen Maße für die Kiefer einsetzen, sondern auch für jene, die davon leben. „Wenn man weiß, dass 300.000 Menschen in Österreich vom Wald leben: Das ist ein beträchtlicher Anteil“, betont sie. „Ich will auch einen Appell an die Politik richten.“

Gerade die Borkenkäfer-Problematik zeige, dass es eine schnelle und effektive Hilfe benötige. Viel zu viele Menschen sind von dem Einkommen aus dem Wald abhängig. Man müsse auch die Regionalität in der Holzwirtschaft anders betrachten: Tschechien kann in einem Sägewerk-Umkreis durchaus zur Umgebung gehören.

Mendlig rechnet damit, dass sie nicht nur österreichweit unterwegs sein wird, sondern auch in Nachbarländern wie Deutschland oder Tschechien.