Konzert wie aus dem Poesiealbum

Einen Abend wie aus dem Poesiealbum konnte man am Freitag im 9erHaus in Weikertschlag erleben. Steve Gander huldigte Leonhard Cohen mit dessen größten Hits. Künstler Jiří Netík zeigte Werke in Ausstellung.

Gerald Muthsam Erstellt am 24. September 2021 | 07:00

Einen Abend wie aus dem Poesiealbum konnte man am Freitag im 9erHaus in Weikertschlag erleben.

„A Tribute to Leonard Cohen“ von Steve Gander & Band war angekündigt, und es war eine mehr als würdige Huldigung an den genialen Liedermacher, dessen bekannteste Lieder wie „Suzanne“, „Hallelujah“ oder „So Long, Marianne“ wahrscheinlich jeder kennt. Der Londoner Singer/Songwriter Steve Gander sang ganz im Stil des Altmeisters die größten Hits. Begleitet wurde er von kongenialen Musikern und Musikerinnen. Cohen wird oft nur als melancholischer Sänger wahrgenommen. Steve Gander & Band vermitteln die Tiefe seiner Musik und seine humoristische Seite, arbeiten jedoch nicht nur die jiddischen, mediterranen europäischen Wurzeln, sondern auch die amerikanischen Folk-, Swing- und Countryeinflüsse in der Musik heraus – zeitlos und immer up to date. - Ein stimmungsvoller Abend auf hohem Niveau jenseits der Nos talgie. Steve Gander mit seiner wunderschönen tiefen Stimme kann, was nicht einfach ist, bei der Interpretation der herrlichen Songs von Cohen mit Glaubwürdigkeit und hoher Musikalität bestehen.

Der mittlerweile 65-jährige Steve Gander ist in London aufgewachsen und Anfang der 1980er der Liebe wegen nach Österreich gekommen. Die Liebe ist zwar gegangen, Steve Gander zum Glück geblieben. Er hat schon damals in Österreich bei einigen Bands mitgewirkt und im Laufe der Jahre mehrere eigene Alben herausgebracht. Die Liebe zu Leonard Cohen entdeckte er bereits als Kind. Vor mehr als zehn Jahren gab er an dem Geburtstag von Cohen ein Konzert. Seit dem spielen die Musiker jährlich mehrere Tribute-Konzerte.

Jiří Netík: Feinste Details

An dem Wochenende waren auch Werke des Gegenwartskünstlers Jiří Netík im 9erHaus zu sehen. Jiří Netík ist 1953 in Brünn geboren und lebt auch dort. Er hat sein Sommeratelier und eine Akademie in Slavonice/Zlabings. Der Bildhauer, Schnitzer und Restaurator war früher Berufsmusiker. Er arbeitet hauptsächlich mit Holz, manchmal in Kombination mit Metall und Glas. Sein Schaffen spiegelt den Respekt vor der Welt und dem Menschen wider, aus der klassischen Tradition der Gotik und des Barock in einen zeitgemäßen Kontext geholt. Feinste Details zeugen von perfekter Handwerkskunst. Der Mensch im Kontext von Natur, Geschichte, Zivilisation und Universum auf der intensiven Suche nach seiner Identität, seinen Wurzeln und seinem Platz auf der Erde. Der Künstler konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein.