Nostalgische Zeitreise durch den Ort. Mit vielen liebevoll angeordneten Objekten wird im Ortsmuseum Weikertschlag die Vergangenheit des Ortes präsentiert.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 17. April 2021 (04:04)

Einen Besuch wert ist das Ortsmuseum Weikertschlag im ehemaligen Rathaus am Hauptplatz. Es besteht seit dem Jahr 1994, die Ausstellungstätigkeit wurde mit der Sammlung „Von der Wiege bis zur Bahre. Gegenstände aus dem täglichen Leben“ begonnen.

„Zünfte, Handwerke und Gewerbe in Weikertschlag“ bilden den zweiten Schwerpunkt der Ausstellung. Viele liebevoll angeordnete historische Objekte entführen in eine vergangene Zeit. Besonders stolz werden unter anderem auch drei Zunft fahnen aus den Jahren 1818 bis 1833 präsentiert. „Diese wurden bei kirchlichen Umzügen verwendet und von den jeweiligen Gewerbetreibenden getragen“, erzählt Obfrau Christine Ratzmann.

„Bis heute werden uns Dinge angeboten, die wir auch gerne annehmen.“ Christine Ratzmann über die Pflege des Museumsbestands

Die Fahnen waren davor an ein Museum in Horn vergeben worden, wurden aber zurückgeholt. Da sie stark beschädigt waren, mussten sie aufwendig restauriert werden. Restauriert wurden auch drei der wichtigsten Urkunden des Ortes: ein Markterhebungsbrief und Privilegienbriefe aus den Jahren 1603, 1660 und 1710. Sie können nun wieder präsentiert werden.

Im Museumsstadel unweit des Rathauses wurde bis vor zwei Jahren eine eindrucksvolle Sammlung an Geräten aus der Landwirtschaft und diversen Handwerken wie Wagnerei, Seilerei, Korbflechterei et cetera gezeigt. „Für den Stadel bestand ein Eigenbedarf, darum mussten wir ihn leider räumen“, bedauert Ratzmann. „Einen Teil der Geräte konnten wir anderwärtig unterbringen, jedoch ohne die Möglichkeit einer Besichtigung. Der Rest wurde bei einem Flohmarkt abgegeben.“

Sonderausstellung ist noch fraglich

Die Dauerausstellung ist im ersten Stock des Rathauses beheimatet, Sonderausstellungen finden im Erdgeschoß der ehemaligen Räume der Post statt. Eigentlich stünde heuer im Zwei-Jahre-Turnus eine Sonderausstellung auf dem Programm, aufgrund der Covid-Situation ist die Durchführung derzeit jedoch fraglich.

„Die Sonderausstellung ist auch immer mit einem Museumsfest verbunden. Der Termin wäre der letzte Samstag im Juni, aber man kann diesbezüglich noch nichts planen“, erklärt die Obfrau. Das Fest existiert seit der Gründung des Museums. Zuerst fand es noch jährlich statt, seit einiger Zeit nur mehr alle zwei Jahre.

Die Veranstaltung wird vor dem Museum in der romantischen Atmosphäre unter dem Kastanienbaum abgehalten. Auf dem Programm stehen Kulinarik, Musik und die Eröffnung der Sonderausstellung. Für die Ausstellungen sucht man Themen mit regionalem Bezug wie Persönlichkeiten aus der Ortschaft. Da Weikertschlag einmal ein bekannter Fremdenverkehrsort war, gab es auch eine Ansichtskartenausstellung mit Motiven aus dem Ort.

Christine Ratzmann hat die Führung des Vereins gemeinsam mit Obfrau-Stellvertreterin Inge Steiner vom langjährigen Obmann Kurt Neiger übernommen. Er startete mit Gertrude und Heinrich Zach und Karl Sainitzer die Initiative zu dem Projekt. „Damals wurde das Rathaus in Raabs geräumt. Um Dokumente zu retten, wurde das Museum gegründet“, erzählt Ratzmann. „Danach wurde in der Bevölkerung aktiv nach historischen Objekten gesucht. Bis heute werden uns Dinge angeboten, die wir auch gerne annehmen. Einmal im Jahr haben wir einen Flohmarkt, der auch dem Erhalt des Museums dient, da wir für die Betriebskosten aufkommen müssen.“

Üblicherweise wird das Museum am 1. Mai geöffnet. „Wahrscheinlich wird das heuer nicht der Fall sein“, meint Obfrau Christine Ratzmann. „Wobei wir im Mai und Juni ohnehin nur am ersten Sonntag im Monat geöffnet haben, im Juli und August jeden Sonn- und Feiertag jeweils von 10 bis 12 Uhr. Wir warten noch ab, ob im Juni oder im Juli geöffnet werden kann.“

Für Besuche außerhalb der Öffnungszeiten werden die Pforten des Ortsmuseums in Weikertschlag gegen Voranmeldung geöffnet. Kontakt unter den Nummern: 02845/674 oder 0676/7264610.