Bezirk Waidhofen: Zückt die Sparschweine!. Trotz fallender Popularität ist der 31. Oktober (heuer der 30.) nach wie vor bei den Kindern beliebt. Gerade zu Coronazeiten wird der Spargedanke wieder hochgehalten.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 21. Oktober 2020 (05:22)
Weingartner-Foto

Der Weltspartag steht vor der Tür. Endlich dürfen die über das ganze Jahr mühsam angefütterten Sparschweine wieder entleert werden. Eigentlich kann man mittlerweile kaum mehr vom Weltspar-„Tag“ an sich sprechen.

Seit geraumer Zeit wird die Aktion zur „Weltsparwoche“ ausgeweitet. Die Verteilung erleichtert den Banken besonders jetzt zu Coronazeiten den Ablauf, denn so können Abstände besser eingehalten werden. Die regionalen Bankenchefs rechnen jedoch ohnehin nicht mit dem größten Ansturm.

Zinsen haben kaum noch Relevanz

„Die Bedeutung des Tages ist schon zurückgegangen, weil mittlerweile das ganze Jahr über in verschiedensten Anlageformen gespart wird“, meint der Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Waidhofen, Kurt Bogg. Das Zinsniveau sei früher einfach attraktiver gewesen. Vor 20 Jahren hätte man die Kapitalbewegung noch wirklich sehen können. Auch das kaum mehr wegzudenkende Online-Banking dürfte ein Grund sein.

Trotz fallender Popularität nimmt der Tag weiterhin einen hohen Stellenwert ein. „Das Thema des Spar- und Vorsorgegedankens ist wahrscheinlich jetzt gerade wichtiger denn je und soll dadurch in Erinnerung gerufen werden“, betont Bogg. Besonders für Kinder und Jugendliche habe der Weltspartag immer noch große Bedeutung. „Für uns ist es ein ganz besonderer Anlass, um uns einfach bei den Kunden bedanken zu können“, schildert der Raika-Geschäftsleiter.

Der 31. Oktober fällt heuer aus

 Zur Umsetzung in Coronazeiten wurde schon viel diskutiert, noch dazu verstärkt von der unsicheren Gesamtsituation. „Man kann im Vorhinein nicht wissen, was dann nächste Woche wieder für neue Regelungen und Beschränkungen gelten werden“, meint Bogg.

Wie in den letzten Jahren wird die Weltsparwoche bei der Raiffeisenbank vier Tage lang dauern, heuer vom 27. bis zum 30. Oktober, da der 31. auf einen Samstag fällt. Um größere Ansammlungen zu vermeiden, appelliert er, nicht nur an den Nachmittagen zur Bank zu kommen. Gehofft wird auf die Vernunft der Kunden.

Bei den Geschenken soll nicht gespart werden

Die Raika setzt heuer vermehrt auf Geschenke aus der Region, wie etwa Buchweizenmehl aus Drösiedl. Für die Kinder wird es unter anderem Trinkflaschen und Kopfhörer geben.

Um die Stofftiere komme man laut Bogg auch nicht herum. Wer nächste Woche keine Zeit hat, muss nicht Trübsal blasen, denn in den Wochen danach sollen noch Geschenke verteilt werden.

Generationenthema: Papier oder digital?

Während der Weltspartag von manchen als „Auslaufmodell“ bezeichnet wird, ist das Sparen an sich populärer denn je. Das physische Sparbuch hält sich hartnäckig, und das obwohl sich manche Banken eher den Schritt zur Digitalisierung wünschen.

„Das Sparbuch ist nach wie vor die beliebteste Sparform in Österreich. So langsam verlagert sich das Ganze jedoch in Richtung online, aber das ist sicher auch ein Generationenthema“, so Bogg. „Heutzutage ist es schon möglich, die Bankgeschäfte komfortabel vom Smartphone aus zu erledigen, unabhängig von den Öffnungszeiten.“

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