Werden Chefs ausgeladen?. Waidhofen / Gerüchte um Umfrage zur Weihnachtsfeier kursieren, die Strohmeyer weder ganz bestätigt noch dementiert. Er will aber konkrete Fragen nicht preisgeben.

Von René Denk. Erstellt am 13. Mai 2014 (11:54)
NOEN, Stadtgemeinde
Das Personalvertretungsteam der Stadtgemeinde-Bediensteten: Vorsitzender Michael Strohmayer, Franz Lissy, Susanne Honeder, Monika Schmutz, Karin Wolf und Gerhard Eschelmüller. Foto: Stadtgemeinde
Außergewöhnliches hörte man über die Personalvertretung der Stadtgemeindebediensteten in der Waidhofner Gerüchteküche: Derzeit soll es eine Umfrage zur gemeinsamen Weihnachtsfeier geben, in der abgefragt wird, ob man in Zukunft die Politiker überhaupt noch dabei haben will. Man wolle sich dem politischen Einfluss des Gemeinderates nicht mehr aussetzen.

Konkrete Fragen möchte Strohmeyer nicht preisgeben

Personalvertretungs-Ausschussvorsitzender Michael Strohmeyer will dieses Gerücht weder ganz bestätigen noch dementieren. Er bestätigt, dass es derzeit eine betriebsinterne Umfrage bei den Mitarbeitern gäbe, wie man in Zukunft die Weihnachtsfeier organisieren soll.

„Über die Weihnachtsfeier hört man von den Kollegen oft negative Dinge, positive aber weniger. Deshalb haben wir die Umfrage gestartet.“ Was dabei konkret abgefragt wird, möchte Strohmeyer nicht sagen, weil es sich dabei um ein betriebsinternes Thema handle und er damit nicht an die Öffentlichkeit gehen wolle.

„Dass die Bediensteten ohne Politiker feiern werden, ist aber nicht Thema der Umfrage. Es spielt vielleicht irgendwie eine gewisse Rolle, aber der Vorschlag und der Zugang der Personalvertretung sind anders. Es geht eher darum, ob wir beispielsweise in Zukunft unsere Feiern abteilungsweise gestalten“, sagt der führende Personalvertreter.

„Jetzt bin ich baff. Bisher hatte ich mit der Personalvertretung ein sehr konstruktives Verhältnis. Ich frage mich, woher das auf einmal kommt!“
Bürgermeister Robert Altschach

Weiters meint er auch, dass schon früher die Politiker bei ihren Ansprachen in der Redezeit gekürzt wurden. Politiker von der Weihnachtsfeier auszuschließen, wäre den Fragen zufolge vielleicht deutbar, mehr wolle er aber dazu nicht sagen.

„Jetzt bin ich baff“, sagt Bürgermeister Robert Altschach als erste Reaktion, nachdem ihn die NÖN mit dem Thema konfrontierte. Bisher hätte er von der Umfrage überhaupt nichts gehört, keiner, auch kein Personalvertreter hätte mit ihm über das Thema gesprochen. „Bisher hatte ich mit der Personalvertretung ein sehr konstruktives Verhältnis. Ich bin sehr überrascht, und frage mich, woher das auf einmal kommt!“ Altschach ist sehr gespannt, was da auf ihn und den Gemeinderat zukomme: „Ich werde ganz in Ruhe und ohne Emotionen mit ihnen reden.“

Vizebürgermeister Thomas Lebersorger hält sich kurz: „Ich höre das auch zum ersten Mal. Mehr will und kann ich jetzt dazu gar nicht sagen.“

Pfabigan will nun Gespräch suchen

SPÖ-Stadtrat Franz Pfabigan hätte erst jüngst von dieser Befragung erfahren. Konkrete Fragen kenne er allerdings nicht. „Normalerweise haben die Weihnachtsfeiern immer dazu gedient, den Kontakt zwischen Politikern und Gemeindebediensteten zu pflegen. Ich bin umso mehr überrascht, weil von den Rathausmitarbeitern genau wegen diesem Kontakt zusätzliche fixe Gesprächstermine gefordert wurden.“

Sollte die Umfrage in Richtung Ausladung der Gemeinderäte gehen, sieht das der SPÖ-Mandatar als klar negatives Zeichen für die Zusammenarbeit. „Wie würde man das in einer Firma interpretieren, wenn der Betriebsrat die Firmenleitung nicht mehr bei der Feier haben will? Das verstößt gegen jeden weihnachtlichen Gedanken!“

Pfabigan will nun das Gespräch mit Strohmeyer suchen und den Grund der Aktion hinterfragen.