Tierheim in Gastern hofft nach Brand auf Spenden. Vermutlich nicht alle Schäden durch Versicherung gedeckt. Tiere können derzeit nicht abgegeben werden.

Von Michael Schwab. Erstellt am 18. Februar 2021 (04:18)
Der Schaden am Gebäude ist beträchtlich – möglicherweise muss es abgerissen werden.
Gerald Muthsam

Vor einem Wiederaufbau-Projekt steht Tierheimbetreiber Erwin Schlosser, nachdem ein Dachstuhlbrand am Montag der Vorwoche das Gebäude mit dem Schnäppchenmarkt und seiner Wohnung zerstörte (die NÖN berichtete).

Abriss oder Sanierung noch offen. Die Schadensbegutachtung ist weitgehend abgeschlossen. „Ein paar Firmen waren schon da und haben sich das Gebäude angeschaut. Ob es abgerissen werden muss oder saniert werden kann, müssen jetzt die Fachleute entscheiden. Demnächst wird sich auch der Sachverständige der Versicherung bei mir melden“, berichtet Schlosser.

Wohnung unbewohnbar, 40 cm Löschwasser im Keller. Da die Wohnung durch den Löschwassereintritt und die Verrußung unbewohnbar ist, wohnt Schlosser derzeit bei seiner Tochter. „Ich hatte 40 Zentimeter Wasser im Keller, da kann man sich vorstellen, welche Mengen an Wasser durch das Gebäude geflossen sind“, merkt Schlosser an. Tagelang war das Tierheim ohne Elektrizität. „Erst seit Montag habe ich wieder Strom im Tierheim und in der Kaffee-Ecke, weil der Elektriker eine Notstromleitung gelegt hat“, erzählt der Tierheimbetreiber.

Schlosser kann keine neuen Tiere aufnehmen. Geheizt wird derzeit elektrisch, da die Zentralheizung noch nicht funktioniert. Der Betrieb des Tierheims kann zwar aufrechterhalten werden, doch neue Tiere kann Schlosser bis auf Weiteres nicht aufnehmen: „Ich brauche den Platz in den Abteilen, um Sachen aus dem Haus auslagern zu können.“

Telefonisch ist Schlosser nur über sein Mobiltelefon erreichbar, da durch den Brand der Festnetz- und Internetanschluss ausgefallen sind. „Ich muss mit dem Internetanbieter reden, ob eine Not-Anbindung möglich ist, aber ich fürchte, das wird mit dem Glasfaseranschluss schwierig werden“, rechnet Schlosser nicht mit einer schnellen Wiederherstellung des Anschlusses.

Tier-Abholung und spazieren mit Hunden sind möglich. In der Zwischenzeit bittet er, ihn bei Interesse an einem Tier oder einem Spaziergang mit einem seiner Hunde am Handy anzurufen – das Übernehmen von Tieren ist nämlich im Gegensatz zum Abgeben nach wie vor nach Terminvereinbarung möglich.

Worauf Schlosser nun hofft, sind Spenden, denn er geht davon aus, dass nicht alle Schäden durch die Versicherung gedeckt sind. Außerdem fehlt dem Tierheim nun auch die erhoffte Einnahmequelle durch den Schnäppchenmarkt, der durch den Brand vernichtet wurde und wohl so schnell auch nicht wieder aufgebaut werden kann.

Einen ersten Schritt zur Unterstützung des Tierheims Schlosser setzte Diana Polzer. Sie ruft jährlich anlässlich ihres Geburtstags über Facebook zu Spenden für eine bestimmte Einrichtung auf – im Vorjahr etwa für das St. Anna Kinderspital. Diesmal bot sich das Tierheim Schlosser an. „Ich war schon öfter dort und kenne seine Tochter gut, wir haben auch Tiere von ihm und ich engagiere mich selber sehr für den Tierschutz. Da lag es nahe, dass ich mit meiner Facebook-Geburtstagsspendenaktion dem Tierheim Schlosser helfen möchte“, sagt Diana Polzer. Erste Rückmeldungen seien durchaus positiv gewesen, der Beitrag wurde in den ersten Tagen über 300 Mal geteilt.

Wie viel bisher gespendet wurde, kann Polzer nicht sagen, da das Geld direkt auf das Konto des Tierheims überwiesen wird. Wer Erwin Schlosser beim Wiederaufbau unterstützen will, kann dies mittels einer Spende tun: Tierheim Schlosser, Raiffeisenbank Waldviertel/Thaya, IBAN: AT62 3290 4000 0030 2810, BIC: RLNWATWWWTH, Paypal: office@tierheim-schlosser.at