Kläranlage am aktuellsten Stand der Technik. Computersteuerung ermöglicht ständiges Überwachen und Anpassen der Reinigungszyklen. Photovoltaikanlage am Dach liefert Strom.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 19. April 2019 (04:13)
Gerald Muthsam
Bürgermeister Manfred Herynek vor der neuen Kläranlage, die in einer Bauzeit von einem Jahr errichtet wurde.

Die neu errichtete Kläranlage in Windigsteig ist seit März in Betrieb. Die alte Anlage war 30 Jahre in Betrieb und musste aus wasserrechtlichen Gründen aufgelassen werden. Sie bestand aus drei Klärteichen, durch die das Abwasser gepumpt wurde. Mit der neuen Anlage ist man am aktuellsten Stand der Technik.

Baubeginn war im Frühjahr 2018 und mit den Kosten von etwa 1,5 Millionen Euro liegt man voll im Plan und es wird keine Kostensteigerung geben.

Gerald Muthsam
In der mechanischen Reinigung werden Sand und Grobstoffe, wie Feuchttücher, entfernt.

Die neue Anlage reinigt, wie die alte Anlage zuvor, das Abwasser von allen Orten der Marktgemeinde, außer von Grünau, das aus Kostengründen an Eschenau angeschlossen wurde. Ausgelegt ist die Kläranlage für 1.500 Einwohner. Gebraucht wird aktuell eine Kapazität für 1.000 Einwohner. Man hat jedoch etwas höher dimensioniert, wie etwa für die Siedlungserweiterung am Schulberg.

Das Abwasser durchfließt zuerst einen Feinrechen, mit dem mechanisch Verunreinigungen entnommen werden, und einen Sandfang. Danach werden damit abwechselnd die beiden Klärbecken in einem Vier-Stunden-Takt befüllt. Während ein Becken befüllt wird, wird in dem anderen mittels Bakterienkulturen im Schlamm gereinigt. Da es sich um ein sogenanntes Mischsystem handelt, also Abwasser und Regenwasser fließt gemeinsam zu, muss das Wasser drei bis vier Mal in der Woche vom Klärfacharbeiter untersucht, und je nach Art der Verunreinigung der Reinigungszyklus angepasst werden. Der anfallende Schlamm, der nicht zur Reinigung verwendet wird, muss halbjährlich entsorgt werden.

Am Dach der Kläranlage ist eine Photovoltaikanlage montiert, die den Strombedarf der Anlage bis zu 50 Prozent abdeckt.