Runder Tisch: Wer tritt zur Wahl an?. Welche Spitzenkandidaten treten für welche Parteien an? Wofür stehen sie? Was sind ihre Visionen für die Marktgemeinde?

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 15. Januar 2020 (02:25)
v.l.n.r.: Bürgermeister Manfred Herynek will ÖVP-Bürgermeister bleiben, 11 Mandate. Manuel Farthofer tritt zum ersten Mal für die SPÖ an, 4 Mandate. Bertram Priemayr ist neuer Listenerster der „Partei unabhängiger Bürger“, 4 Sitze.
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Ihre Kurzbilanz: Wie hat sich die Marktgemeinde seit der Gemeinderatswahl 2015 entwickelt?

Herynek: Es ist uns gelungen, wieder einen Nahversorger in unserer Gemeinde Windigsteig zu haben, zudem haben wir Bauplätze geschaffen. Und: Sowohl das Gemeindeamt als auch die Pfarrkirche sind nach baulichen Maßnahmen barrierefrei zu erreichen.

Farthofer: Windigsteig hat sich auch dank der SPÖ-Ortsgruppe in den letzten fünf Jahren gut entwickelt. Neue Bauplätze zogen Jungfamilien an, die Infrastruktur wurde verbessert – und trotzdem blieben wir die kleine, beschauliche und liebenswerte Gemeinde, in der wir uns alle wohlfühlen.

Priemayr: Positiv sind die entstandenen Eigenheim-Neubauten, damit zumindest ein Teil der Jugend in der Gemeinde bleibt. Leider können wir zu wenige Arbeitsplätze bieten, und unsere lebenswerte Gemeinde leidet unter starker Abwanderung, das zeigt auch der regionale Lebenssituationsindex.

Wo gibt es für die kommenden fünf Jahre Handlungsbedarf? Was sind die ersten Vorhaben, denen sich die kommunale Politik widmen soll?

Herynek: Weitere Maßnahmen werden getätigt, um eine barrierefreie Gemeinde präsentieren zu können. Die Schaffung von Bauplätzen und Wohnungen für alle Generationen ist ein weiteres Bestreben der ÖVP Windigsteig. Wir wollen auch zum Thema Klimaschutz etwas beitragen und möchten den Umstieg von fossilen Brennstoffen auf biogene Brennstoffe in öffentlichen Gebäuden schaffen.

Farthofer: Die Errichtung eines neuen Bauhofes steht an, bei dem man auch auf die Wünsche der Mitarbeiter der Gemeinde eingehen sollte. Die Siedlungserweiterung „Am Sonnblick“ muss vorangetrieben werden. Wir fordern eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h in Wohngebieten abseits der Durchzugsstraßen. Umweltschutz: Wir denken an die Pflanzung von Geburtsbäumen und Errichtung von Naschplätzen.

Priemayr: Die „Baustellen“ der näheren und auch ferneren Vergangenheit sind Ansporn für die Wiederkandidatur der Liste „Parteiunabhängiger Bürger“, kurz „PuB“. Es ist außerdem eine große Herausforderung, weiterhin Alternativen aufzuzeigen und positiv in der Marktgemeinde umzusetzen. Details dazu möchte ich allerdings zuerst im Gemeinderat einbringen.

Warum soll man am 26. Jänner Ihnen die Stimme geben?

Herynek: Die ÖVP Windigsteig steht für ein Wir, arbeitet fürs Wohl der Bevölkerung, ohne Eigennutz- und Egoismus-Denken, und hat die Themenführerschaft.

Farthofer: Wir stehen für Gemeinsamkeit und treten für die Wünsche der Bürger ein. Jede Stimme mehr für uns bedeutet ein Plus an Mitsprache im Gemeinderat.

Priemayr: Wir haben zuletzt immer wieder vernünftige Alternativen zur gelebten Zusammenarbeit angeboten, aber auch kritisch Fehlentwicklungen aufgezeigt.

Welches Wahlergebnis würden Sie als Erfolg werten?

Herynek:  Da heuer drei Parteien und eine Liste kandidieren, wäre ein Gleichbleiben ein Erfolg.

Farthofer: Ein Stimmenzuwachs gegenüber der letzten Gemeinderatswahl (155 Stimmen) wäre ein Erfolg.

Priemayr: Das Halten der Mandate trotz eines weiteren Mitbewerbers sehe ich optimistisch als Erfolg.

Falls es am 27. Jänner keine Partei mit absoluter Mehrheit gibt: Welche Rolle soll Ihre Fraktion spielen?

Herynek:  Wir, ich und mein ÖVP-Team in der Gemeinde Windigsteig, gehen davon aus, dass wir die absolute Mehrheit im Gemeinderat halten können.

Farthofer: Sollte die ÖVP keine absolute Mehrheit erringen, stellen wir uns natürlich als kompetenter Partner zur Verfügung. Wir werden wichtige Projekte unterstützen und gleichzeitig unsere Anliegen einbringen.

Priemayr: Unsere Bereitschaft zu konstruktiver Zusammenarbeit gilt immer. Vielleicht ergibt sich dann die Möglichkeit, die Prinzipien der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit verstärkt zu beeinflussen.