„Zwettler“ wächst nur im Bezirk. Trotz herausfordernder klimatischer Bedingungen konnten die Landwirte wieder eine zufriedenstellende Gerstenernte einbringen.

Erstellt am 27. August 2018 (05:44)
Braumeister Heinz Wasner, Karl Schwarz, Inhaber der Privatbrauerei Zwettl, und Alfred Sturm, Obmann der Erzeugergemeinschaft Edelkorn (v. l.), freuen sich über die gute Gerstenernte.
Privatbrauerei Zwettl

Das Waldviertel erweist sich auch im Sommer der Hitzerekorde als stabil für die Braugerste : „Trotz herausfordernder klimatischer Bedingungen konnten unsere Partnerlandwirte wieder eine zufriedenstellende Gerstenernte einbringen“, weiß Karl Schwarz, Inhaber der Privatbrauerei Zwettl, zu berichten - gerade im heurigen Erntejahr eine positive Nachricht.

Im „Bierviertel“ Waldviertel ernteten mehr als 100 Landwirte auf rund 500 Hektar Fläche die zweizeilige Sommergerste der Sorte „Zarasa“, die zum Brauen der Zwettler Bierspezialitäten verwendet wird. Seit vielen Jahren kooperiert die Privatbrauerei Zwettl mit der heimischen Erzeugergemeinschaft Edelkorn, zu der sich aktuell 450 Landwirte der Region bekennen. Der Anbau und die Ernte der Waldviertler Braugerste erfolgen mittlerweile nahezu ausschließlich im Bezirk Waidhofen, der sich – so die Experten – aufgrund der Böden und der Witterung „sehr gut dafür eignet.“

Nach Trockenheit kam der notwendige Regen

Das warme und vor allem milde Klima im Frühjahr war im Anbaugebiet Waidhofen an der Thaya entscheidend für das rasche Wachstum der Braugerste. „Dass unsere Gerste nun eine gute Qualität aufweist, ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass nach trockenen Monaten letztendlich noch rechtzeitig der benötigte Regen in ausreichender Menge fiel“, weiß Alfred Sturm aus Ulrichschlag (Stadtgemeinde Waidhofen), Obmann der Erzeugergemeinschaft Edelkorn. „Die heurige Braugerstenernte ist als durchaus gut zu bezeichnen und liegt im langjährigen Schnitt.“

Karl Schwarz ist sich der Wichtigkeit der „Erhaltung des regionalen Geschmacks“ bewusst, und setzt daher seit jeher auf lokale Rohstoffe. Diese gelebte Regionalität sichert die Authentizität der Biere – und die nachhaltige Landwirtschaft. Davon profitieren beide Seiten, denn die Landwirte erhalten einen „Waldviertelbonus“ für ihre Gerste. Dass langjährige Verträge in Zeiten, „in denen Flexibilität und Unverbindlichkeit die neue Währung sind, die einzige Chance bieten, nachhaltig zu überleben“, freut Alfred Sturm.

Braugerste ist ein „Fan des Waldviertels“

Die ausgewählten Braugerstensorten fühlen sich auf dem Boden des Waldviertler Hochlandes vor allem im Bezirk Waidhofen besonders wohl. Sie brauchen im Vergleich zu anderen Anbaugebieten zwar etwas länger bis zur Reife, quittieren dies aber mit schöner Kompaktheit und besonderer Güte.

Heuer verarbeitet die Privatbrauerei Zwettl rund 1.600 Tonnen Waldviertler Braugerste. „Die entscheidenden Voraussetzungen für die Verarbeitung von guter Braugerste sind ein hoher Anteil an Stärke, wenig Eiweiß und eine gute Keimfähigkeit“, so Schwarz zum Qualitätsanspruch. Deshalb wurde auch heuer wieder auf die Gerstensorte „Zarasa“ gesetzt, die für ihre gute Braufähigkeit bekannt ist.

Die Gerste zum Bierbrauen wird im ersten Schritt vermälzt; dabei werden die Körner zum Keimen gebracht und anschließend getrocknet – dies übernimmt die Stadlauer Malzfabrik für die Privatbrauerei Zwettl. Das Malz – genauer gesagt die vom Braumeister gewählten Malzmischungen – bestimmen Farbe, Kraft und Geschmack des Bieres. Außerdem ist das Malz verantwortlich für den sortentypischen Charakter.