Franz Dangl: Desaster wurde Glücksfall.

Update am 15. April 2019 (12:01)
privat
Bei seinen Einsätzen für die NÖN lernte Franz Dangl viele Menschen kennen – wie hier Steffen Hofmann, den Ehrenkapitän des SK Rapid Wien, im Golfresort Haugschlag.

Die NÖN war immer ein Wegbegleiter in meinem Leben. Schon in meiner Jugendzeit war sie meine erste Informantin: An wichtigster Stelle wurden die Fußballberichte wahrgenommen, dann erst die anderen Neuigkeiten.

Dass ich selbst einmal dort arbeiten würde, wäre mir nie in den Sinn gekommen. Mein Berufsweg beim NÖ Pressehaus begann dann eigentlich wegen eines Desasters: Nach etwa 30 Jahren in der Textil-Branche hatte ich praktisch über Nacht und ohne Vorwarnung meinen Job verloren. Viele erfolglose Bewerbungsgespräche später stolperte ich im Jahr 2001 über eine Stellenanzeige in der Gmünder NÖN – Mitarbeiter für „unser Niederösterreich“, das Gratisblatt des Pressehauses, waren gesucht. Ich bekam im Alter von 48 Jahren eine Chance als Anzeigenberater – eine Tätigkeit, die ich später auch bei der NÖN ausübte.

Ich hatte weder Ahnung noch Vorstellung davon, wie dieser Job zu erfüllen war, aber hier kamen die neuen Kollegen ins Spiel, die mir hilfreich zur Seite standen und mir bei meinem Neustart geduldig und verständnisvoll unter die Arme griffen. Das Vertrauen, das mir damals geschenkt wurde, wird mir immer in lieber Erinnerung bleiben. Als Verkäufer habe ich viel von Peter Höbarth und Andrea Dangl gelernt, die mir stets mit Rat und Tat weiterhalfen.

„Nach erfolglosen Bewerbungsgesprächen stolperte ich in der NÖN über eine Stellenanzeige…“

Auch bei Gerlinde Aschauer, Daniel und Markus Lohninger sowie Karin Pollak und Susi Hoffelner konnte ich mir viel abschauen, stieß bei allen auf offene Ohren. Nicht vergessen möchte ich Harald Ottawa, mit dem ich viele lustige Gschichtl‘n erlebte, und die leider viel zu früh verstorbene Michi Braun, die mir beide zeigten, wie man schreiben kann. Denn: Zusätzlich zur Verkaufstätigkeit begann ich, auch redaktionell zu arbeiten.

Als besondere Auszeichnung empfand ich das Angebot von Markus Lohninger, der Redaktion nach meiner Pensionierung 2013 als freier Mitarbeiter erhalten zu bleiben. Motivierend für diesen Schritt waren die spannende Arbeit mit einem prima Kollegenteam, in dem auch der Spaß und die Freude an der Berichterstattung nicht zu kurz kommen, sowie die private, freundschaftliche Verbundenheit im Team.

Natürlich gibt es oft auch traurige und bewegende Anlässe, über die geschrieben werden muss. Hier dürfen Respekt und oft dezente Zurückhaltung nicht abhandenkommen. Trotzdem überwiegen die schönen, manchmal auch lustigen Augenblicke dieses Jobs. Ich muss heute noch darüber schmunzeln, als ich vor Jahren einen Termin vom heutigen Chefredakteur Daniel Lohninger übernahm und dann vor Ort von einem Herrn gefragt wurde: „Bist du der Lohengrin?“ Es gibt immer Anekdoten, die über mich dann oft den Weg in den „Spaziergänger“ finden.

Ich hoffe, dass ich die Leser noch einige Zeit begleiten darf, und freue mich auf kommende Aufgaben in der großen NÖN-Familie.

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