Horner „Riesenrad“: Mit 70 noch auf Achse. Er gehört zur Horner NÖN wie das Riesenrad zu Wien: Rupert Kornell verkörpert wie wohl kein anderer den Typ des Lokaljournalisten und ist auch mit 70 noch eine wertvolle Stütze der Redaktion.

Update am 08. April 2019 (08:51)
Rupert Kornell
Christian Freitag

Die ersten journalistischen Gehversuche machte er in den 1960er-Jahren. Damals war er Volksschullehrer in Langau und unterstützte seinen Vater, der für die NÖN arbeitete, beim Verfassen kleiner Texte. Mehr ließ sein Engagement bei diversen Vereinen (Sportklub, Fremdenverkehrsverein …) nicht zu. Nach der Übersiedelung nach Gars 1972 als Hauptschullehrer wollte er sein Engagement zurückschrauben. Der Plan ging dem leutseligen Lehrer nicht auf.

Rasch war er ins gesellschaftliche Leben der Marktgemeinde Gars integriert. „Mein Interesse am Gemeindeleben war schnell erwacht. Ich habe mir gedacht, dass es schade ist, wenn man die NÖN aufschlägt und nichts über Gemeindepolitik liest“, erzählt Kornell, der sich ab April 1984 stärker bei der NÖN einbrachte.

Durch seine Kontakte in die Politik und zu den Vereinen kam die Arbeit schnell ins Laufen. Ende der 1980er suchte der damalige Redaktionsleiter Karl Müllauer einen Büro-Mitarbeiter. Mit Kornell war rasch eine Lösung gefunden. Als Müllauer 1990 nach St. Pölten wechselte, führte Kornell die Horner Redaktion mit Rudi Köstler für eineinhalb Jahre, ehe Langzeit-Redaktionsleiter Martin Kalchhauser nach Horn kam. Eine Aufgabe, die neben dem Lehrer-Job viel Einsatz erforderte – auch wenn der Lokalteil damals nur 13 Seiten umfasste, eine davon für Gars.

„Ich habe mir gedacht, dass es schade ist, wenn man die NÖN aufschlägt und nichts über die Gemeindepolitik liest.“

Besonderer Beliebtheit erfreute sich Kornells Rubrik „Bei Dungl gehört“. Dank der guten Zusammenarbeit mit Willi Dungl brachte die NÖN Nachrichten über den Besuch diverser Stars in Dungls Biotrainingszentrum. „Einige, wie Gerhard Berger, waren sehr angenehm. Andere haben mich zehnmal ins Zentrum bestellt, um den Zeitpunkt für ein Foto zu finden“, blickt er zurück. Ab 1992 war er für fast 26 Jahre die rechte Hand von Martin Kalchhauser.

In seiner NÖN-Karriere hat Kornell an fünf verschiedenen Horner Büro-Standorten gearbeitet. Seine Motivation ist auch mit 70 hoch. Egal ob aus Gars, seinem derzeitigen Wohnort Horn, seiner Heimat Langau oder auch aus jedem anderen Teil des Bezirks: Kornell versorgt die Leserschaft Woche für Woche mit lesenswerten Artikeln.

Der Zeitaufwand, den er in die NÖN investiert, ist seit seiner Pensionierung weiter gestiegen. „Die Enkerl kommen aber dennoch nicht zu kurz“, schmunzelt Kornell.