Bei Wind und Wetter im Einsatz. Jürgen Tastl aus Schrems ist als Zusteller dafür verantwortlich, dass die Abonnenten im südlichen Bezirk Gmünd Woche für Woche zu ihrer NÖN kommen.

Erstellt am 13. Februar 2019 (15:34)
Michael Schwab
Jürgen Tastl aus Schrems

Wenn die meisten Leute tief und fest schlafen, steigt Jürgen Tastl aus Schrems in sein Auto, damit die NÖN-Abonnenten im Gebiet St. Martin, Harmannschlag und Bad Großpertholz am Mittwochmorgen die neue Ausgabe in Händen halten können.

Seit zwei Jahren ist Tastl für den Zustellservice PDW unterwegs – bei jedem Wetter und oft unter schwierigen Bedingungen. Sein „Frühstück“ nimmt er um Mitternacht zu sich, gegen 1:30 Uhr morgens bricht Tastl von Schrems auf, um gegen 2 Uhr am Abholplatz – einer Tankstelle in Weitra – zu sein. Von dort führt die 64 Kilometer lange Zustelltour über Roßbruck, Harmannschlag, Angelbach, Bad Großpertholz, Scheiben, Steinbach, St. Martin, Oberlainsitz, Abschlag und Großschönau nach Mistelbach (Gemeinde Großschönau).

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Bei guter Witterung ist Tastl gegen 5:45 fertig, bei Schlechtwetter kann die Tour auch schon ‘mal zwei Stunden länger dauern. Eine besondere Herausforderung sind starke Schneefälle in der Nacht und den frühen Morgenstunden. „Ich bin zu Zeiten unterwegs, wenn die Straßen noch nicht geräumt wurden. Es kann passieren, dass ich zu Abonnenten in Bad Großpertholz und Harmannschlag vor 5:30 Uhr nicht zufahren kann, weil zu viel Schnee auf der Straße liegt und ich die zum Teil steilen Steigungen nicht schaffe. Es kommt schon vor, dass ich dann um 6 Uhr gleich hinter dem Schneepflug rauffahre“, schildert Tastl.

„Es gibt Leute, die um 3.30 Uhr am Fenster stehen und mein Auto schon erkennen, die schon zu dieser Stunde freundlich sind und sich freuen, dass die Zeitung da ist.“

Da sein Zustellgebiet in höhere, schneereiche Lagen führt, kommen witterungsbedingte Verzögerungen immer wieder vor. „Man versucht, was möglich ist, aber manchmal geht es einfach nicht“, bittet der Zusteller um Verständnis, wenn bei Schneechaos die Zeitung einmal später kommt. Nicht immer wird ihm dieses Verständnis entgegengebracht, auch Beschimpfungen kommen vor.

Aufgewogen werden solche Negativerlebnisse jedoch durch die Dankbarkeit vieler Abonnenten. „Es gibt Leute, die um 3.30 Uhr am Fenster stehen und mein Auto schon erkennen, die schon zu dieser Stunde freundlich sind und sich freuen, dass die Zeitung da ist“, sagt Tastl. Selbst wenn es einmal witterungsbedingt später wird, seien die meisten Leute trotzdem verständnisvoll.

So schwer die Arbeit im Winter ist, wenn auch der Zugang zu den Häusern mitunter durch Tiefschnee führt, ist, so angenehm ist sie im Sommer, wenn es früh hell wird. „Mir gefällt es. Ich habe im Normalfall die Straßen für mich allein, und wenn es einmal ein Problem gibt, weiß ich, dass ich Rückhalt hinter mir habe“, betont Tastl. Denn im Notfall gibt es im Waldviertel drei Ersatz-Zustellpartner, die bei Schwierigkeiten einspringen können.