Naturlehrpfad Feldmühle: Heimat der Frösche & Libellen. Die Landeshauptstadt St. Pölten wartet mit großer Artenvielfalt im wilden Auwald auf.

Erstellt am 18. August 2021 (07:00)

Wer Natur und Ruhe in der Landeshauptstadt sucht, ist hier genau richtig. Der Naturlehrpfad Feldmühle am nördlichen Ende des Ratzersdorfer Sees bietet große biologische Vielfalt auf Blumenwiesen, in Teichen und im wilden Auwald. Fröhliches Gequake, lautes Zirpen und gemütliches Surren sind stetige Begleiter bei dieser Rundwanderung.

Sportliche Ertüchtigung darf man sich hier jedoch nicht erwarten. Vielmehr ist Ruhe und genaues Hinsehen gefragt, dann entdeckt man auch einige der 67 Vogelarten, Laub- und Wasserfrösche sowie verschiedene Käfer und Schmetterlinge, die dort zu finden sind. Der Weg ist einfach zu begehen, nicht allzu lang und ist auch für Menschen mit Gehbehinderung geeignet. Auch mit dem Kinderwagen kann der Rundweg mit möglichen Abzweigungen erkundet werden. Selbst wenn Kinder ihre ersten Schritte tun, hat man hier eine wunderbare Ausflugsmöglichkeit.

Auf unserer Wanderung hatten wir verschiedene Libellen als Begleiter. Immer wieder stehen Schilder am Wegesrand, welche die Arten ausweisen. Beim Infozentrum findet sich ein Picknickplatz. Auf den Schautafeln informieren wir uns über die verschiedenen Arten, die hier in der Landeshauptstadt vorkommen. Den Schatten für die Pause spendet eine Flatterulme, sie ist gleichzeitig ein Naturdenkmal.

Über Teichrosen zu den Rohrkolben

Das Highlight ist der überflutete Bereich der Traisenau, der mit einem Steg erschlossen wurde. Dieses Areal hat Seltenheitswert, denn durch die Traisenregulierung zwischen 1904 und 1913 wurden große Teile der Au vom eigentlichen Flusslauf abgeschnitten. Und dort geht es richtig rund. Wir beobachten Teichhühner mit ihren Jungen bei den ersten Schwimmversuchen, eine Spinne baut gerade ihr Netz, Libellen paaren sich auf dem vielen Totholz, das hier herumschwimmt, und immer wieder hören wir lautes Quaken. Zu Gesicht bekommen wir aber keinen der Frösche, dafür erfreuen wir uns an den imposanten Rohrkolben und den blühenden gelben Teichrosen. Diese sind im Sommer eine Delikatesse für Biber, aber auch ein Anziehungspunkt für Libellen.

Der Rückweg führt wieder vorbei an verschiedenen Blühpflanzen, die mit Taferl ausgeschildert sind. Auch Bienenstöcke sind entlang des Weges aufgestellt, dort wird der St. Pöltner Honig produziert. Immer wieder entdecken wir Libellen in unterschiedlichen Farben. Kurz vor dem Abschluss der Runde erblicken wir eine wahre Oase der Ruhe. Auf dem Bankerl beim Teich lassen wir uns nieder und genießen die angenehme Kühle, die von dem Wasserkörper ausgeht.

Übrigens: Ein Abstecher zur Traisen oder den nahe gelegenen Seen lohnt sich. Auch dort lässt sich die Natur wunderbar beobachten. Zum Beispiel am Aussichtsturm bei den Viehofner Seen.

Die Tour zum Download fürs GPS-Gerät:

NÖN-Wandertipp - Feldmühle.gpx