Wie entstehen Wolken?. Georg Pistotnik, Klimaforscher an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und privat gerne mit der Kamera unterwegs, auf der Jagd nach schönen Wolkenfotos.

Erstellt am 17. April 2019 (03:29)

Wolken entstehen, wenn Luft abkühlt. Dann bilden sich aus dem für uns unsichtbaren Wasserdampf je nach Temperatur sichtbare Tröpfchen oder Eiskristalle. Die Abkühlung für die Bildung von Wolken passiert vor allem dann, wenn Luft aufsteigt. Diese Hebung kann auf drei Arten geschehen: 1) Luft strömt gegen einen Berg und wird nach oben abgelenkt. 2) Luftmassen mit unterschiedlicher Temperatur treffen aufeinander, dann gleitet die warme und somit leichtere Luft auf der kalten Luft in die Höhe. 3) Die Sonne erwärmt den Boden, dadurch wird die bodennahe Luft erwärmt und beginnt wie ein Heißluftballon nach oben zu steigen. Eine Ausnahme sind Nebel oder Hochnebel. Sie entstehen ohne Aufsteigen nur durch das Abkühlen der bodennahen Luft in der Nacht.

Je dicker eine Wolke ist, desto dunkler ist ihre Unterseite, weil die Wassertröpfchen und Eiskristalle das Sonnenlicht „schlucken“. Die Oberseite von Wolken liegt meistens direkt im Sonnenlicht und erscheint daher weiß.

Wolken werden nach ihrem Aussehen und nach ihrer Höhe eingeteilt. Es gibt zehn Hauptwolkenarten und zahlreiche Unterarten. Die Hauptwolkenarten setzen sich aus Cirrus (Federwolken), Stratus (Schichtwolken), Cumulus (Haufenwolken) und aus Kombinationen davon zusammen.

Die Klassifikation von Wolken wurde in den frühen 1800er-Jahren vom Briten Luke Howard erstellt und gilt mit kleineren Adaptionen noch heute. Der aktuell gültige  Wolkenatlas ist auf der Website der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) zu finden (auf Englisch): https://cloudatlas.wmo.int/home.html