10 Jahre Aerodrome. Rock-Welt und läutete damit die Ära der Mega-Festivals ein.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 16. Juni 2014 (23:59)
NOEN, Franz Baldauf

WIENER NEUSTADT / So etwas hatte es bis dato in Österreich noch nicht gegeben: Zwei Bühnen, dutzende Bands, knapp 150.000 Besucher an drei Tagen.
 


Mitte Juni 2004 ging in der Civitas Nova das „Aerodrome“ über die Bühne – seitdem ist die Stadt nicht nur die Wiege der heimischen Luftfahrt, damals wurde auch die Ära der Mega-Musikfestivals eingeläutet.

Dabei hatte das „Aerodrome“ alles, was ein Rockfestival braucht

Hitze, Regen, Schlamm und eine gigantische Zeltstadt, dazu stand das Who is Who der internationalen Rockwelt auf der Bühne: Metallica, die Red Hot Chili Peppers oder auch die Toten Hosen gaben Wiener Neustadt die Ehre. Am dritten Tag ging es mit „Grönemeyer & Friends“ ein bisschen ruhiger zu, der deutsche Musiker stand an dem Tag mit den Söhnen Mannheims oder den Black Eyed Peas auf der Bühne. Auch eine gewisse Christine Stürmer gab nach der ersten Auflage von „Starmania“ eines ihrer ersten Live-Konzerte auf dem Gelände der Arena Nova.

Arena-Nova Geschäftsführer Gerald Stangl erinnert sich gerne an das Mega-Festival zurück

„Es war eine perfekte Veranstaltung, mit einem Line-Up, das seitdem in Österreich immer noch zu den Besten zählt. Es war ein Gewinn für die ganze Region und eigentlich das letzte Großereignis in Wiener Neustadt.“

Im Jahr 2005 fand das Aerodrome seine Fortsetzung. Die Stadtführung setzte allerdings auf ein anderes Veranstaltungsteam als auf jenes von 2004 rund um Ewald Tatar. Die Folge: Das Festival hatte im Vorfeld mit diversen Schwierigkeiten zu kämpfen und fiel – trotz Headliner wie Rammstein – auch wesentlich kleiner aus. Eine Fortsetzung gibt es bis heute nicht – zumindest nicht in Wiener Neustadt. Denn Ewald Tatar zog bald darauf das bis heute erfolgreiche „Novarock“ im Burgenland auf. Heuer gibt es übrigens auch wieder ein „Aerodrome“, und zwar in Tschechien – Headliner: Metallica.
 


Wiener Neustädter Band im Pech

Ohne Publikum  - Crossoverband „Kickdown“ musste in leerer Halle spielen.

Es sollte der ganz große Auftritt werden. Für die Neustädter Band „Kickdown“ wurde daraus allerdings nichts – im Endeffekt spielten die Musiker nur vor dem Barpersonal und einer Handvoll Journalisten. Denn der Einlass des Publikums auf das Festivalgelände verzögerte sich aufgrund von Arbeiten nach einem Wolkenbruch, die genau getimten Beginnzeiten der Bands mussten jedoch eingehalten werden. „Es war ein heißer Tag, die Leute wollten unbedingt zu uns in die Halle“, erinnert sich Schlagzeuger Raffael Herget 10 Jahre danach. 

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NOEN, Schranz

„Es wäre ziemlich voll geworden, so eine Chance hat man als junge Band nicht oft.“ Im Endeffekt war‘s dann nur ein halber Auftritt, „wir haben ein bisschen gespielt und dann auch wieder nicht. Aber aus heutiger Sicht versteh ich die Veranstalter.“ Klar, dass danach ein paar Frust-Biere anstanden, allerdings mit Musik Prominenz. Herget: „Hosen-Sänger Campino hat sich zu uns gesetzt, die Journalisten links liegen gelassen und mit uns geplaudert. Er hat uns erzählt, dass ihm das auch schon passiert ist. Insofern hat es noch ein versöhnliches Ende genommen.“