Katzelsdorfer am Jakobsweg: Zu Fuß von Wien bis ans „Ende der Welt“

Erstellt am 03. August 2022 | 06:00
Lesezeit: 3 Min
Albert Kollar am Jakobsweg
Albert Kollar genoss das einmalige Erlebnis, durch ganz Europa zu spazieren.
Foto: privat / shutterstock.com_bepsy
Katzelsdorfer erkundete Jakobsweg. 3.860 Kilometer und viereinhalb Monate später kam Albert Kollar wieder zurück.
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In 135 Tagen 3.860 Kilometer zu Fuß zurücklegen, nur mithilfe eines Rucksacks und Navigationsgerätes von Wien nach Fisterra (Spanien) wandern – was im ersten Moment nach einem verrückten Abenteuer aus einem Film klingt, wurde für Albert Kollar Realität.  Der musikalische Glasbläser startete am 22. Februar seine Reise. Ausflüge über längere Zeit sind für den 58-Jährigen aber nichts Neues: „Schon mit 18 Jahren war ich fasziniert von längeren Wanderritten mit meinem Pferd. Vor zehn Jahren bin ich von Katzelsdorf bis nach Triest und ans Schwarze Meer geritten.“ Vor zwei Jahren wollte Kollar bereits den Jakobsweg bis nach Fisterra, auch als das „Ende der Welt“ beschrieben, erkunden: „Damals brach in Pondebba (Italien) die Pandemie aus und ich musste das Abenteuer aufgeben.“

30 Kilometer pro Tag gewandert

Auch diesmal gab es kurze Rückschläge, die den Katzelsdorfer aber nicht aufhalten konnten: „Ich bin im Schnitt 30 Kilometer täglich gewandert, vor der Grenze in San-Jean-Pied-de-Port (Frankreich) bin ich körperlich zusammengebrochen und musste zwei Tage durchschlafen“, schildert Kollar. Der 58-jährige Abenteurer ließ sich von unerwarteten Hindernissen keinen Strich durch die Rechnung machen: „Einmal konnte ich eine neue Brücke nicht überqueren und musste zwei Kilometer durch ein kaltes Gewässer spazieren, aber so etwas macht mir nichts.“

„Man sieht fast täglich einen schönen Ort, die Höhepunkte multiplizieren sich dauernd.“

Begleitet wurde Kollar nur im finalen Abschnitt der Reise von einem Freund und seiner Ehefrau, übernachtet hat er in Privat-Pensionen, bei Privatleuten und einmal pro Woche zum Erholen in einer besseren Unterkunft. Bei den vielen Highlights kann Kollar keinen spezifischen Moment als besten festlegen: „Man sieht fast täglich einen schönen Ort, die Höhepunkte multiplizieren sich dauernd.“ Zwischen 70 und 80 Euro pro Tag waren für den Trip nötig, die Reise wird jedoch für den Glasbläser eine einmalige Geschichte bleiben: „Ich bin froh, alles ohne Erkrankungen und Verletzungen überstanden zu haben, es wird wieder ein neues Abenteuer kommen, aber ich glaube nicht, dass ich noch einmal so weit wandern werde“, meint Kollar.

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